Direkt zum Inhaltsbereich

Streit ist programmiert

Braucht es Anreize zur Krebsvorsorge?

Kaum liegt der Gesetzentwurf zur neuen Krebsstrategie des Bundeskabinetts vor, formulieren Fraktionen und Verbände ihre Wünsche für die parlamentarische Beratung.

Veröffentlicht:

BERLIN (fst). Auch beim Gesetz zum Ausbau der Früherkennung und der Vereinheitlichung der Krebsregister gilt: Kein Gesetz verlässt den Bundestag so, wie es hineingekommen ist.

Allerdings zeigt Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) wenig Neigung, von der Grundsatzentscheidung abzuweichen, die Krebsregistrierung wie bisher dezentral bei den Ländern anzusiedeln. Forderungen nach einem nationalen Register wies er zurück.

Der Ersatzkassenverband vdek forderte, maximal ein Register je Bundesland zuzulassen, anderenfalls würde "Wildwuchs" entstehen. Zudem sollte der Gesetzgeber klarstellen, dass auch die Länder und die private Krankenversicherung an den Kosten beteiligt werden, so vdek-Vorstands-Chefin Ulrike Elsner.

Spahn schlägt Anreize vor

Weiteres Thema im Bundestag dürfte die Frage nach der Freiwilligkeit der Früherkennung sein. Im Gesetzentwurf ist die bisherige Klausel, die Zuzahlungsermäßigung für chronisch Kranke und den Gang zur Vorsorge verknüpft, gestrichen.

Dagegen fordert der gesundheitspolitische Sprecher der Union, Jens Spahn (CDU), es müsse nochmals erörtert werden, ob der Gang zur Früherkennung mit Anreizen unterstützt werden könnte.

Die Linksfraktion fordert mehr Tempo bei der Etablierung vereinheitlichter Datenbanken: "Das Register muss schneller stehen als 2018", sagte die gesundheitspolitische Sprecherin Martina Bunge. Sie mahnte zudem, Früherkennung sei "kein Allheilmittel gegen Krebs".

Bunge: "Die Ausweitung von Frühkennungsprogrammen sichert zusätzliche Einnahmequellen für Ärzte, wird aber zur Eindämmung von Krebserkrankungen überschätzt."

Lesen Sie dazu auch: Interview zum Anti-Krebs-Gesetz: "Schnellerer Erkenntnisgewinn"

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Komplementärmedizin

Gefährdet Alternativmedizin das Überleben bei Brustkrebs?

Immuncheckpointhemmer plus Neoantigentherapie

mRNA-Impfung bei Melanomen: Vorboten eines neuen Standards?

Kommentare
Maren Reed 23.08.201209:59 Uhr

Anreize?

Nur dass ich das richtig verstehe: Es soll für die Versicherten Anreize geben, zur Früherkennung zu gehen? Möglichst noch in "materieller" Form?

Ist, oder sollte es zumindest, "die eigene Gesundheit zu erhalten" nicht Anreiz genug sein?

Wer nicht will, der hat schon .... vielleicht läuft auch sonst in dem Leben (in Bezug auf Ernährung, Bewegung und Entspannung) nicht alles so, wie es sein sollte, um positiv auf die Gesundheit einzuwirken.

Vielleicht sollten dann Ärzte mal intensiver geschult werden, dass man Übergewichtige mit zu hohen Blutfetten und Blutzucker mit einer Ernährungsumstellung (KH-reduziert wie z.B. LOGI) und mehr Bewegung super "therapieren" kann - und nicht immer gleich Pillen verschreiben muss. Das würde die Kassen auch entlasten - allerdings wäre die Pharmaindsutrie davon vermutlich weniger begeistert. :-)

Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Aktuelle explorative Ad-hoc-Analysen der Studien SPOTLIGHT und GLOW: mOS vor und nach Zensierung†

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

CLDN18.2+, HER2− Adenokarzinom des Magens/gastroösophagealen Übergangs

Mit optimiertem Therapiemanagement den Behandlungserfolg mit Zolbetuximab unterstützen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Astellas Pharma GmbH, München
Abb. 1: OS von Patientinnen mit Endometriumkarzinom und Mismatch-Reparatur-Profizienz bzw. Mikrosatellitenstabilität

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Primär fortgeschrittenes/rezidivierendes Endometriumkarzinom

Nachhaltiger Überlebensvorteil durch Immuntherapie plus Carboplatin-Paclitaxel

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, München
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Urologie

Neue Klassifikation von Harnwegsinfektionen räumt mit Missverständnissen auf

Sechs Monate längeres Gesamtüberleben

Daraxonrasib beim Pankreaskarzinom: Besser als die Chemotherapie?

Lesetipps
Ein Säugling liegt auf dem Rücken auf einem Bett. Die Hände der Mutter streichen sachte über den Bauch des Kindes.

© Aurora Aesthetics / Generated with AI / Stock.adobe.com

Funktionelle gastrointestinale Störungen

Säuglingskoliken: Wie viel Schreien ist normal?

Füße mit Lymphödem

© [M]_Dr. P. Marazzi / Science Photo Library

Ödem ist nicht gleich Ödem

Lymphödem versus Lipödem: Tipps für Diagnostik und Therapie