Ärzte Zeitung online, 30.01.2014

Risiko für Pankreas-Ca

Rauchstopp lohnt sich immer

Das Risiko für ein Pankreaskarzinom wächst vor allem mit der Zahl der Jahre als Raucher. Die Intensität der Sucht scheint dabei eine geringere Rolle zu spielen, wie eine australische Studie nahelegt.

BRISBANE. Den wichtigsten Einfluss auf das Pankreaskarzinomrisiko eines Rauchers haben offenbar die Dauer seiner Sucht und die Zahl der Jahre, die seit seiner letzten Zigarette vergangen sind. Die Intensität seines Lasters scheint einer australischen Studie zufolge dagegen eine geringere Rolle zu spielen.

Das Pankreaskarzinom steht in der Liste der Todesursachen infolge Krebserkrankung in höher entwickelten Ländern an vierter Stelle. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate erreicht nicht einmal fünf Prozent. Bei 30 bis 40 Prozent der Patienten kann die Erkrankung auf ein bekanntes Risiko zurückgeführt werden.

Hierzu zählt seit vielen Jahren unter anderem auch das Zigarettenrauchen. Nur in wenigen Studien wurde bislang allerdings untersucht, wie sich einzelne Aspekte des Rauchens wie etwa Dauer, Dosis oder Zeitpunkt eines Nikotinstopps auf das Risiko auswirken.

Annaka Schulte und Kollegen von der Universität in Brisbane haben nun Daten der australischen Queensland Pancreatic Cancer Study (QPCS) ausgewertet. Die Analyse der populationsbasierten Fall-Kontroll-Studie sollte zeigen, welchem Aspekt des Rauchens die Hauptrolle bei der Entwicklung eines Pankreaskarzinoms zukommt.

In die Studie wurden 705 erwachsene Patienten mit Pankreaskarzinom eingeschlossen. Ihnen wurden 711 Kontrollpersonen ohne Krebserkrankung nach Alter und Geschlecht zugeordnet (EJC 2014; online 23. Januar).

Die Teilnehmer wurden nach Größe, Gewicht, Alkoholkonsum, Diabetes, Ausbildung und Geburtsland gefragt. Probanden, die mehr als 100 Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen in ihrem Leben geraucht hatten, machten zudem detailliertere Angaben zu ihrem Rauchverhalten.

Entscheidend war die Dauer der Raucherkarriere

In beiden Gruppen lag der durchschnittliche Body-Mass-Index bei 27 kg/m². In der Gruppe der Patienten mit Pankreaskarzinom wurde mehr getrunken und das Bildungslevel war niedriger als in der Kontrollgruppe. Zudem wurden häufiger Diabetes und Pankreatitis sowie Familienmitglieder mit einem Pankreaskarzinom zu Protokoll gegeben.

Der Vergleich von Rauchern und Nichtrauchern ergab nach Berücksichtigung von Alter, Geschlecht, Bildungsstand, Alkoholkonsum und Geburtsland ein deutlich höheres Risiko der Raucher für ein Pankreaskarzinom (Odds Ratio, OR, 3,4).

Dabei hatte die Gesamtzeit der Lebensjahre, die der Patient als Raucher verbracht hatte, signifikanten Einfluss auf das Krebsrisiko. Ein ebenfalls linearer Zusammenhang zeigte sich für die Intensität des Rauchens.

So erreichte die OR für starke Raucher (mehr als 30 Packungsjahre) 2,2, während sich das Risiko bei den Exrauchern nach etwa 20 Jahren der Abstinenz wieder dem der Nichtraucher anglich. Kein signifikanter Zusammenhang ergab sich hinsichtlich des Einstiegsalters in den Nikotinkonsum.

Der Vergleich verschiedener Risikobereiche zwischen denen, die jemals, und denen, die nie geraucht hatten, machte in der qualitativen Analyse allerdings auch den unterschiedlichen Einfluss der Einzelaspekte deutlich.

Während sich die Gesamtdauer als Raucher sowie die Zahl der Jahre als Exraucher bei den "Jemals-Rauchern" signifikant auf das Krebsrisiko auswirkten, zeigte sich für die Intensität der Nikotinabhängigkeit nach Berücksichtigung der übrigen Faktoren keine klare Abhängigkeit mehr. Ein Argument mehr für den Rauchstopp, auch bei schwerer Nikotinsucht. (St)

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