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PET/MRT

Mehr Kontrast im kleinen Becken

In einer Pilotstudie wurde die neue Technik bei Patientinnen mit Ovarial- oder Zervix-Ca eingesetzt.

Veröffentlicht:

BERLIN. Das ideale diagnostische Verfahren bei Krebs soll jeden noch so kleinen Tumor erkennen und benötigt dafür so wenig Röntgenstrahlung wie möglich. Die PET/MRT komme diesem Ideal nahe, berichtet die Deutsche Röntgengesellschaft.

Forscher der Uniklinik Essen haben in einer Pilotstudie die PET/MRT bei zwölf Patientinnen mit Ovarial- oder Zervix-Ca eingesetzt. Bei allen bestand klinisch der Verdacht auf ein Rezidiv. Bei zehn von ihnen bestätigte sich dieser Verdacht. Untersucht wurde mit der PET/CT und direkt danach mit der PET/MRT.

Mit beiden Methoden wurden alle Rezidive sicher identifizieren. Mit der PET/MRT ließen sich allerdings kleine Leberläsionen und unklare Weichteilläsionen besser charakterisieren.

Drei prinzipielle Vorteile

Bei der PET/MRT werden zwei schon länger etablierte diagnostische Verfahren kombiniert, die PET und die MRT. Technisch ist das relativ anspruchsvoll. So muss gewährleistet sein, dass die starken Magnetfelder der MRT nicht mit der PET-Diagnostik interferieren.

Und umgekehrt muss die PET-Komponente so gestaltet sein, dass ihre Bestandteile MRT-kompatibel sind.

Im Vergleich zu der seit Jahren üblichen Kombination aus PET und CT habe die PET/MRT drei prinzipielle Vorteile, wird Dr. Karsten Beiderwellen vom Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie am Universitätsklinikum Essen in der Mitteilung zitiert.

"Zum einen bekommen wir durch die MRT einen besseren Weichteilkontrast. Das hilft gerade bei kleineren Tumoren, die sich in weichen Geweben wie der Leber, aber auch im Gehirn, viel besser von der Umgebung abgrenzen lassen."

Der zweite Vorteil sei, dass die Aufnahmen bei der PET/MRT anders als bei der PET/CT gleichzeitig erfolgen können. "Bei der PET/CT nehmen wir die CT- und die PET nacheinander auf und müssen sie dann zusammenführen. Bei der PET/MRT geht dies gleichzeitig. Das ist gerade im kleinen Becken von Vorteil, da sich im Verlauf der Untersuchung die Blase füllt und die angrenzenden Strukturen sich dadurch etwas verschieben", so Beiderwellen.

Schließlich spricht auch die geringere Strahlenbelastung für die PET/MRT: Sie liegt 50 bis 80 Prozent niedriger als bei der PET/CT.

12 Patientinnen untersucht

Beiderwellen und seine Essener Kollegen arbeiten derzeit an einem direkten Vergleich von PET/MRT und PET/CT bei Patientinnen mit Krebserkrankung der Eierstöcke und des Gebärmutterhalses: "Beide Organe liegen im kleinen Becken. Das ist eine Region, für die die PET/MRT gut geeignet ist, weil dort viele Weichteilstrukturen eng beieinander liegen", erinnert Beiderwellen in der Mitteilung.

Bisher wurden 12 Patientinnen untersucht. Bei allen bestand klinisch der Verdacht auf ein Rezidiv der Krebserkrankung. Im Verlauf stellte sich dann heraus, dass 10 von ihnen tatsächlich ein Rezidiv hatten. Die Patientinnen wurden zunächst mit der PET/CT und direkt danach mit der PET/MRT untersucht.

"Bisher konnten wir mit beiden Methoden alle Tumorrezidive sicher identifizieren. Mit der PET/MRT ließen sich allerdings kleine Leberläsionen und auch unklare Weichteilläsionen besser charakterisieren", so Beiderwellen.

Die Wissenschaftler sind jetzt gespannt auf die weiteren Ergebnisse, meldet die Deutsche Röntgengesellschaft. Insgesamt wollen sie 50 Patientinnen untersuchen.

Ein spezieller Fokus der nun folgenden Untersuchungen soll auf der Auswertung von Tumorabsiedlungen in der Lunge liegen, einem Organ, das der MRT-Diagnostik bisher schwer zugänglich ist. (eb)

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