Ärzte Zeitung, 12.11.2014
 

Malignes Melanom

Preis für Arbeit zu Vitamin C bei Krebs

NUSSBAUM. Zwei Forscher von der Uniklinik Tübingen teilen sich in diesem Jahr den mit 5000 Euro dotierten Dr. Wolfgang Hevert-Preis. Dr. Dr. Sascha Venturelli (Medizinische Universitätsklinik, Innere Medizin I) und Dr. Christian Busch (Universitäts-Hautklinik)erhielten die Auszeichnung für ihre klinisch-onkologische Forschung an Vitamin C, teilt Hevert-Arzneimittel mit.

Venturelli und Busch wiesen in ihrer Arbeit eine direkte Wirkung von Vitamin C auf die zelluläre DNA im Malignen Melanom mittels epigenetischer Mechanismen nach (Front Oncol. 2014; 4: 227). Ihre Arbeit erklärt somit, wie Vitamin C das Ablesen des Genoms beeinflussen kann.

Dies sei im Hinblick auf das Verständnis der Wirkung von Vitamin C in der Krebstherapie von großer Relevanz, so das Unternehmen. Die Forscher konnten aufzeigen, dass dieser natürliche Wirkstoff durch sehr hohe Dosierungen, wie sie etwa durch eine intravenöse Gabe erreicht werden, die in aggressiven Krebszellen oft deregulierte Enzymfamilie der DNA-Methyltransferasen in ihrer Funktion hemmt und so das Tumorwachstum nachhaltig unterbindet.

Bei weiterführenden Untersuchungen entdeckten die beiden Krebsforscher, dass Vitamin C in dieser hohen Dosierung die Bildung von spezifischen zellulären Faktoren, sogenannten microRNAs, verstärkt, welche hauptsächlich tumorsuppressive, also Krebszellen-unterdrückende, Eigenschaften aufweisen. Die Autoren schlussfolgern daraus, dass Vitamin C in hohen Dosen für die Behandlung von Melanompatienten besonders vielversprechend zu sein scheint. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Frauen schuld an "Männergrippe"?

Jammernde Männer mit Erkältung sind keine Weicheier, sie leiden tatsächlich stärker. Das liegt wohl am Testosteron. Und an Frauen, die testosterontriefende Männer bevorzugen. mehr »

Stammzellgesetz – Bremse für Forscher?

2002 gab es um die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen eine hochemotionale Debatte. Heute ist der Pionier von ehedem mit dem Stand seiner Arbeit zufrieden. Doch nicht nur er fürchtet durch das Stammzellgesetz Nachteile für Forscher in Deutschland. mehr »

Ebola-Überlebende auch 40 Jahre später noch immun

Eine Forscherin machte sich auf die Suche nach den Überlebenden des ersten Ebola-Ausbruchs – und verspricht sich davon wichtige Erkenntnisse. mehr »