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"Trotzdem bin ich noch Frau und kann flirten"

BERLIN (ami). Unter dem Motto "Trotzdem" startet die Initiative "überLEBEN mit Brustkrebs" mit Unterstützung des Arzneimittel-Herstellers Novartis eine Fotoaktion für Frauen mit Brustkrebs. Sie soll betroffenen Frauen Mut machen. Als eine der ersten ist Elisabeth Hantke vor die Kamera getreten.

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Elisabeth Hantke lächelt. Die 50jährige lebt seit zwölf Jahren mit Brustkrebs, und dennoch strahlt sie Lebensfreude aus. "Trotzdem bin ich noch Frau und kann noch flirten", sagt Hantke, die von ihren Freunden Lissy genannt wird.

Die Hausfrau aus Augsburg ist neben der ehemaligen Fernsehmoderatorin Victoria Voncampe eine der ersten Betroffenen, die sich für die Foto-Aktion "Trotzdem" vor die Kamera begeben haben. Sie hat fast alle Schicksalsschläge durchlebt, die Brustkrebs mit sich bringen kann, und einige werden auf den Bildern thematisiert.

Etwa 50 000 Frauen in Deutschland erkranken jedes Jahr am Mammakarzinom, 40 Prozent von ihnen sterben an den Folgen der Krankheit, wie die Initiative "überLEBEN mit Brustkrebs" mitteilt. Am häufigsten betroffen sind Frauen zwischen dem 45. und dem 75. Lebensjahr.

Die damals 38jährige ertastete selbst den Knoten in der Brust

Hantke war 38 Jahre alt, als sie 1993 selbst einen Knoten in der Brust ertastete. Die Ärzte hatten zunächst zum Abwarten geraten, doch Hantke gab keine Ruhe. "Als sich herausstellte, daß der Knoten bösartig war, dachte ich, das ist der Tod", erinnert sie sich.

Die Diagnose ist für viele brustkrebskranke Frauen der schwierigste Moment in ihrer Krankheitsgeschichte. Viele Frauen erleben sie als regelrechten Schock. Weicht die Angst vor dem Tod, schleicht sich dafür die Angst heran, die Brüste zu verlieren und nicht mehr richtig Frau zu sein.

Auch für Lissy Hantke folgten der Diagnose Zeiten voller Angst, Wut und Trauer. "Je mehr ich diese Gefühle herausgelassen habe, desto eher habe ich gemerkt, daß das Leben wieder in mich zurückkehrt", berichtet die Mutter zweier Töchter. Auch die Information war wichtig. Lissy Hantke nutzte, was sie bekommen konnte, suchte sich Bücher, recherchierte in Internet. "Es tut gut, aktiv Informationen aufzusaugen", sagt die starke Frau. Mit Wissen wachsen Mut, Selbstbewußtsein und Stärke, meint auch die Initiative "überLEBEN mit Brustkrebs".

Lissy Hantke mußte fünf Jahre nach der Diagnose einen zweiten Schlag verkraften. 1998 trat ein Rezidiv auf. Beide Brüste wurden abgenommen. "Trotz der Glatze habe ich in mir eine Stärke gefühlt", berichtet die 50jährige, "da wuchs in mir der Wunsch, andere Frauen zu unterstützen, die so allein gelassen waren wie ich." Hantke gründete daraufhin die Selbsthilfegruppe mamazone - Frauen und Forschung gegen Brustkrebs.

Fotoaktion zeigt Betroffenen, daß sie nicht allein sind

Die Idee mit den Fotos kam später. "Ich wollte mich mit meinem neuen Körper einfach auseinandersetzen, wollte zeigen: Hier bin ich Frau, trotzdem Frau", sagt Lissy Hantke. Die Aufnahmen hätten ihr wahnsinnig Spaß gemacht. "Diese Aktion ist einmalig, um Frauen aus ihrem Anderssein herauszuholen". Hantke ist überzeugt, daß die Aktion den Betroffenen gut tun wird, weil sie erfahren, daß sie nicht allein sind.

Aus den Fotos soll eine Ausstellungsreihe entstehen. Für Ärzte stehen Flyer zur Verfügung, mit denen sie ihre Brustkrebspatientinnen auf die Fotoaktion aufmerksam machen können. Ihre Geschichte "Im Anderssein sich annehmen" erzählt Lissy Hantke auch auf dem ersten Hörbuch zum Thema Brustkrebs, das die Initiative "überLEBEN mit Brustkrebs" mit Unterstützung des Arzneimittel-Herstellers Novartis jetzt herausgegeben hat.

Die beiden CDs informieren außerdem über verschiedene Arten des Mammakarzinoms, die adjuvanten Therapien nach der Operation, die Anti-Hormon-Therapie und aktuelle Behandlungsmöglichkeiten bei Knochenmetastasen.

Die Flyer zur Fotoaktion "Trotzdem" und das Hörbuch "Brustkrebs - Von der Diagnose bis zur Nachsorge" gibt es bei der Initiative "überLEBEN mit Brustkrebs", Postfach, 60147 Franfurt am Main. Weitere Infos dazu finden Sie im Internet: www.ueberleben-mit-brustkrebs.de

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