Ärzte Zeitung, 03.07.2012

Screening für das Brustkrebs-Screening

Ist Brustkrebs-Screening gut oder weniger gut für die Frauen? Studien zeigen einen Nutzen - nur bei jüngeren Frauen könnte das Risiko durch die Strahlung höher sein. Nun knöpft sich das Bundesamt für Strahlenschutz das Screening vor.

Strahlenschützer überprüfen Brustkrebs-Screening

BfS-Präsident König: Seine Behörde lässt das Brustkrebs-Screening überprüfen.

© anemel / imago

SALZGITTER (eb). Das Bundesamt für Strahlenschutz lässt ab Juli die Uni Münster federführend prüfen, wie wirksam das deutsche Mammographie-Screening die Brustkrebssterblichkeit verringert.

Am Screening können seit 2009 Frauen von 50 bis 69 Jahren alle zwei Jahre teilnehmen.

Internationale Studien belegen einen Nutzen dieser Früherkennung. Nach vorläufigen Abwägungen überwiegt er das Strahlenrisiko in der betreffenden Altersgruppe deutlich.

Daraufhin hat die Bundesregierung das Programm in Deutschland eingeführt. Bei jüngeren Frauen jedoch ist das Risiko höher und der Nutzen geringer. Untersuchungen sollten daher nur bei begründetem Verdacht erfolgen.

Der Nachweis, ob das Screening die Brustkrebssterblichkeit senkt, erfordert eine Phase von mindestens zehn Jahren.

Ergebnisse wohl nach sieben Jahren

In den ersten zwei Jahren des nun beginnenden Projekts wird geklärt, wie sich der Effekt des Programms auf die Brustkrebssterblichkeit erfassen lässt.

Später folgt die eigentliche Studie. Nach rund fünf Jahren ist eine Bewertung des Vorhabens vorgesehen. Mit ersten Ergebnissen ist in etwa sieben Jahren zu rechnen.

Das Forschungsprojekt wird unterstützt vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, dem Bundesministerium für Gesundheit und von der Kooperationsgemeinschaft Mammographie.

Die fachliche Koordination erfolgt durch das BfS. Begleitet wird das Projekt durch ein Steuerungsgremium, in dem neben den genannten Ministerien und der Kooperationsgemeinschaft und deren Trägern jeweils noch Vertreter des Robert Koch-Instituts, des BfS, der Bundesländer sowie der Patientenvertretung mitwirken.

Ein unabhängiger wissenschaftlicher Beirat berät das Steuerungsgremium in fachlichen Fragen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Die häufigsten Fehler bei der Opioid-Therapie

Nehmen Patienten Opioide ein, müssen sie einiges beachten. Manches Missverständnis und mancher Einnahmefehler können Ärzte mit zwei Sätzen der Erklärung ausräumen. mehr »

Spahn im Dialog mit den Ärzten

Seit Monaten wird heiß ums Terminservice- und Versorgungsgesetz diskutiert. Heute stellte sich Jens Spahn direkt den Fragen der Ärzteschaft zu TSVG, Sprechstunden und Co. Das Wichtigste der Veranstaltung in 13 Tweets. mehr »

DEGAM fürchtet Rolle rückwärts

Es hakt bei der Umsetzung des Masterplans. Die Fachgesellschaft DEGAM will verhindern, dass zentrale Reformziele verwässert werden. mehr »