Ärzte Zeitung online, 11.07.2018

Prostatakarzinom

Ansätze gegen Resistenzen von Krebsmitteln

FRANKFURT/MAIN. Wie man Arzneiresistenzen bei fortgeschrittenem Prostatakrebs beikommen kann, wollen Professor Roman Blaheta und Professor Igor Tsaur,Urologen der Uniklinik Frankfurt gemeinsam mit den urologischen Abteilungen der Universitätsklinik Mainz und Homburg/Saar erforschen.

Über die genauen molekularen Mechanismen, die an der Resistenzentwicklung beteiligt sind, ist bislang wenig bekannt, teilt das Uniklinikum Frankfurt mit. Die Proteinfamilie der Integrine ist jedoch aktuell ein vielversprechendes Therapieziel, um diesem unerwünschten Effekt entgegenzuwirken. Integrine sind elementare Membranrezeptoren, das heißt, sie befinden sich auf der Zelloberfläche.

Dort übermitteln sie Signale und sorgen unter anderem dafür, dass sich die Zelle mit anderen Zellen oder mit der sie umgebenden Matrix aus Grundsubstanz und Fasern verbindet. Bis heute sind 24 verschiedene funktionelle Integrindimere bekannt, also Integrinmolekülverbünde, die jeweils aus einer Alpha- und einer Beta-Einheit zusammengesetzt sind. Die Rezeptoren sind wesentlich an der Regulation zahlreicher wichtiger biologischer Prozesse beteiligt, so die Uni.

Hierzu zählen als Schlüsselschritte in der Metastasierungskaskade zum Beispiel die Zellproliferation, die Zelldifferenzierung, die Apoptose sowie insbesondere die Migration und Invasion, zusammengefasst die Ausbreitung von Krebszellen.

Wie die Forscher beobachteten, tritt unter Medikamentenresistenz eine erhöhte Produktion einzelner Integrinsubtypen auf sowie eine verstärkte integringesteuerte Tumorzellmotilität, also die Fähigkeit zur aktiven Bewegung der Krebszellen, die für die Metastasenbildung notwendig ist. Die Wissenschaftler vermuten daher, dass die spezifische Blockade von Integrinrezeptoren möglicherweise einer Resistenzentwicklung gegenüber den aktuell zugelassenen Substanzen entgegenwirkt.

Hieraus könnte sich eine therapeutische Option für das kastrationsresistente Prostatakarzinom ergeben. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt das Forschungsprojekt, dessen Dauer mit drei Jahren veranschlagt ist, mit einer Gesamtsumme von 500.000 Euro, heißt es in der Mitteilung. (eb)

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