Ärzte Zeitung, 17.09.2004

Dreifach-Therapie läßt H. pylori kaum eine Chance

Jeder Dritte in Deutschland hat Infektion mit Magenkeimen / Clarithromycin, Amoxicillin und PPI sind zuverlässig

LEIPZIG (grue). Die Prävalenz von Infektionen mit Helicobacter pylori in der deutschen Bevölkerung wird auf etwa 30 Prozent geschätzt. Dabei sind die Infektionsraten bei älteren Menschen höher als bei jüngeren. Bei gleichzeitigem Ulkus oder MALT-Lymphom wird die Eradikation des Magenkeims empfohlen.

In der elektronenmikroskopischen Aufnahme eines Helicobacter pylori ist das Flagellen-Bündel, das den Keim beweglich macht, gut erkennbar. Foto: Abbott

Peptische Ulzera und die meisten MALT (mucosa-associated lymphoid tissue)-Lymphome im Frühstadium können durch eine relativ einfache und kostengünstige mikrobielle Therapie geheilt werden. Daran hat Professor Manfred Kist von der Universität Freiburg bei einer Veranstaltung der Unternehmen Altana und Abbott in Leipzig erinnert.

Der Mikrobiologe leitet das Nationale Referenzzentrum für Helicobacter pylori. "Die bewährte Eradikationstherapie mit einem Protonenpumpenhemmer und zwei Antibiotika ist bei 90 Prozent der Patienten wirksam", so Kist.

Mehrere H.-pylori-Stämme sind gegen Metronidazol resistent

Für die primäre Antibiose kommen dabei die Antibiotika Clarithromycin, Amoxcillin und Metronidazol in Frage. Gegen Metronidazol sind in manchen Teilen Europas allerdings über 20 Prozent der H.-pylori-Stämme resistent.

In Deutschland wird die Resistenzlage von H. pylori seit 2001 in der multizentrischen Studie ResiNet untersucht. Nach den dabei bisher gewonnenen Daten sind 15 Prozent der H.-pylori-Stämme gegen Metronidazol resistent. Deutlich weniger Resistenzen gibt es gegen Clarithromycin allein oder gegen Clarithromycin in Kombination mit Metronidazol.

Das gilt allerdings nur für Patienten ohne bisherige antibiotische Behandlung. "Bei wiederholt behandelten Patienten steigen die Doppelresistenzen auf bis zu 50 Prozent", sagte Kist. Dieser Trend zeichne sich schon nach einer ersten erfolglosen Antibiose ab.

Beste Heilungsraten mit überlegter Primärtherapie

Resistenzprobleme können durch eine gezielte Antibiotika-Therapie vermieden werden, erinnerte Kist. Nach erfolgloser Primärtherapie sollte deshalb zunächst die Resistenzlage bestimmt werden. Optimale Heilungsraten ließen sich im übrigen mit einer wohl überlegten Erstbehandlung erreichen.

Am zuverlässigsten sei hier die Kombination aus Protonenpumpenhemmer (PPI), Clarithromycin und Amoxicillin, sagte Kist. Sie wird etwa in der patientenfreundlichen Kombi-Packung ZacPac®-Kombination mit einzelnen Blistern für die tägliche Medikation angeboten.

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