Ärzte Zeitung, 22.06.2005

Erster Erfolg für Screening-Test auf Darmkrebs

BARCELONA (kat). Eine britische Pilotstudie weckt Hoffnungen auf einen Screeningtest für das kolorektale Karzinom. Der Tumor-M2-PK-Assay hat eine hohe Sensitivität und Spezifität für diese Karzinome und für große dysplastische Polypen.

Im Frühstadium des Kolorektal-Ca und bei dysplastischen Polypen finden sich im Stuhl Krebszellen, die Dimere (M2) eines Isoenzyms der Pyruvat-Kinase (PK) enthalten. Dieses Enzym des Glukosestoffwechsels wird in Tumorzellen verstärkt synthetisiert. In anderen Zellen kommt es als Tetramer vor, für Krebszellen ist dagegen die dimere Form charakteristisch.

Vor diesem Hintergrund machten britische Onkologen eine Pilotstudie, um zu prüfen, ob sich durch den Nachweis der Tumor-M2-PK im Stuhl Patienten mit und ohne Kolon-Ca sowie dysplastischen Polypen unterscheiden lassen. Über die Studie berichteten sie beim Weltkongreß für gastrointestinale Tumoren in Barcelona.

Enzymmenge steigt mit der Tumorprogression

In der Kontrollgruppe lagen die medianen Spiegel für Tumor-M2-PK bei 1,75 U/ml, der Cut-off-Wert lag bei 3,33 U/ml, wie es auf dem Kongreß in Barcelona hieß. Patienten mit einem kolorektalen Adenokarzinom hatten dagegen Spiegel von 11,72 U/ml, Patienten mit dysplastischen Polypen einen Wert von 2,54 U/ml. Die Konzentration der Tumor-M2-PK war unabhängig von Alter, Geschlecht sowie von Größe und Lokalisation des Tumors.

Mit der Tumor-Progression steigt die Konzentration des Enzyms. Nach der Operation fiel der Wert des Enzyms auf 3,46 U/ml. Nur Patienten mit Polypen mit einem Durchmesser über zehn Millimeter hatten höhere Konzentrationen als die Patienten der Kontrollgruppe. Die Sensitivität für kolorektale Tumoren betrug über 92 Prozent, für Polypen über zehn Millimeter Durchmesser 60 Prozent, für kleinere Polypen 20 Prozent, hieß es auf der Tagung. Die Spezifität habe in der Studie über 92 Prozent gelegen.

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