Ärzte Zeitung, 18.03.2012

Ballaststoffe und Divertikulose: kein Zusammenhang

WIESBADEN (mal). Ballaststoffreiche Kost schützt offenbar nicht - wie oft angenommen - vor einer Divertikulose. Auch scheint Obstipation kein Risikofaktor für diese Erkrankung zu sein.

Das legen die Daten von 2104 Personen im Alter von 30 bis 80 Jahren nahe, die sich einer Koloskopie unterzogen und Informationen zu ihrer Ernährung und ihren körperlichen Aktivitäten lieferten, wie Professor Volker Groß vom Klinikum St. Marien Amberg beim Gastro Update in Wiesbaden berichtet hat.

Nach Angaben von Groß hatte das Viertel von Personen mit der höchsten Ballaststoffaufnahme sogar eine höhere Divertikulose-Rate (OR 1,3) als das Viertel mit der niedrigsten Ballaststoffzufuhr.

In puncto Obstipation hatten Personen mit über 15 Stuhlentleerungen pro Woche ein 70 Prozent höheres Risiko für eine Divertikulose als Personen mit weniger als sieben Stuhlentleerungen pro Woche.

Weder körperliche Aktivität noch der Konsum von Fett oder rotem Fleisch waren mit Divertikulose assoziiert.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So teilt sich die Arbeitszeit von Ärzten auf

Wie viel Zeit bringen Ärzte für GKV-Patienten auf, wie viel für Bürokratie? Wie sind die Unterschiede in Stadt- und Landpraxen und den Fachbereichen? Wir geben Antworten. mehr »

Ein Gelähmter kann wieder gehen

Ein querschnittsgelähmter Mann kann wieder einige Schritte gehen - dank der elektrischen Rückenmark-Stimulation. Von Heilung wollen die Ärzte aber nicht sprechen. mehr »

OTC-Gebrauch verfälscht Laborwerte

Die meisten Patienten nehmen gelegentlich freiverkäufliche Arzneimittel ein. Nur wenige legen das gegenüber ihrem Arzt offen. Das hat Folgen, etwa für die Interpretation von Laborergebnissen. mehr »