Ärzte Zeitung, 24.05.2004

Colitis-Patienten bevorzugen 5-ASA-Rektalschaum

Vergleichsstudien bei distaler Colitis ulcerosa / Bei rektaler Anwendung gelangt Wirkstoff weit in entzündetes Kolon

WIESBADEN (hae). Bei Patienten mit distaler Colitis ulcerosa sind topische Präparationen von 5-Aminosalicylsäure (5-ASA) topischen Kortikoiden überlegen. Ein Rektalschaum mit 5-ASA vereint die gute klinische Wirksamkeit dieser Therapie-Option mit einer geringen Beeinträchtigung der Patienten.

Ziel der topischen Therapie ist eine hohe Konzentration am Wirkort bei möglichst geringer systemischer Belastung der Patienten, erinnerte Professor Wolfgang Kruis aus Köln beim Internistenkongreß in Wiesbaden. Dies werde mit Steroiden nur erreicht, wenn Substanzen mit möglichst geringer systemischer Bioverfügbarkeit verwendet werden. Für 5-ASA-Präparate sprächen zudem bessere Therapie-Erfolge bei distaler Colitis, so Kruis.

Nach den Ergebnissen von Studien bei Colitis-Patienten, in denen die Ausbreitung von 5-ASA bei rektaler Anwendung durch radioaktiv markierte Zubereitungen überprüft wurde, hat der Wirkstoff alle entzündeten Areale erreicht - selbst dann, wenn diese in der Nähe des Zökums lokalisiert waren, wie Kruis bei einem Satellitensymposium von Merckle berichtete. Bei gesunden Probanden habe sich die Ausbreitung dagegen auf das Rektum beschränkt. Dies deute darauf hin, daß die Ausbreitung der Substanzen vom Entzündungsgrad abhängt. Auch eine Studie mit einem 5-ASA-Rektalschaum (Claversal®) unterstütze diese Annahme.

Nach Angaben des Gastroenterologen hat sich der 5-ASA-Rektalschaum auch aufgrund des geringeren Volumens als deutlich verträglicher erwiesen als entsprechende Klysmen. So seien die Patienten bei Anwendung des Rektalschaums im Alltag deutlich weniger beeinträchtigt als mit Klysmen. Speziell in Kombination mit oraler 5-ASA sei die topische 5-ASA-Therapie der oralen Monotherapie überlegen. Darauf werde auch in den aktuellen DGVS-Leitlinien hingewiesen, so Kruis.

Zum Remissions-Erhalt seien mit dem Rektalschaum je nach Befallsmuster auch Intervalltherapien möglich. Dabei wird 5-ASA alle drei Tage oder nur an den ersten sieben Tagen im Monat rektal appliziert.

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