Ärzte Zeitung, 12.04.2005

So wird Therapie einfacher: 5-ASA in Mikropellets

Neue Option für Darmkranke

WIESBADEN (arn). Ab Mai steht in Deutschland mit Claversal Micropellets® 1,5 g das Mesalazin-Präparat zur oralen Therapie auch in Zubereitung als Mikropellets zur Verfügung. Das Medikament braucht durch die neue Galenik nicht mehr so häufig eingenommen zu werden wie bisher. Experten erwarten dadurch eine bessere Compliance, was wiederum den Therapieerfolg und so auch die Lebensqualität der Patienten steigern soll.

Die neuen Mesalazin-Mikropellets haben einen Durchmesser von nur 1 mm. Sie können damit ungehindert vom Magen durch den Pylorus in den Darm gelangen. Ihre Einnahme ist damit unabhängig von Mahlzeiten möglich, wie Professor Andreas Raedler vom Asklepios Westklinikum in Hamburg berichtet hat.

Aus den magensaftresistenten Eudragit-ummantelten Micropellets wird Mesalazin erst direkt am Ort der Entzündung, also ab dem terminalen Ileum freigesetzt. "Bei hoher lokaler Wirkstoffkonzentration an der Schleimhaut werden gleichzeitig alle anderen Organe geschont", betonte Raedler auf der Einführungspressekonferenz von Merckle Recordati aus Anlaß des Internisten-Kongresses in Wiesbaden.

Als weiteren Vorteil der neuen Formulierung bewertet er die hohe Einzeldosis: Ein Beutel enthält 1,5 g Mesalazin-Micropellets, was bei der Rezidivprophylaxe einer Dosis und bei der Schubtherapie einer halben Dosis entspricht. Im akuten Schub genügt damit, um die in der Leitlinie zur Therapie bei Colitis ulcerosa empfohlene Tagesdosis von 3 bis 4,8 g Mesalazin zu erreichen, die Einnahme von zwei bis maximal drei Beuteln täglich.

Raedler verspricht sich damit eine erheblich verbesserte Therapietreue und damit auch ein Mehr an Effektivität: "Wir wissen, daß die Non-Compliance in der remissionserhaltenden Colitis-Therapie der größte Risikofaktor für Rezidive ist und das Rückfallrisiko um den Faktor 5 erhöht."

In einer Studie mit 362 Patienten mit mittelschwerer Colitis ulcerosa wurde die Äquieffektivität der Therapie mit Mesalazin-Mikropellets (ein Beutel zweimal täglich) und -Tabletten (zwei 500-mg-Tabletten dreimal täglich) belegt.

In beiden Studiengruppen sank der klinische Aktivitäts-Index während der achtwöchigen Therapie ähnlich: 67 Prozent der mit Mikropellets und 63 Prozent der mit Tabletten behandelten Patienten kamen in klinische Remission.

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