Ärzte Zeitung online, 22.02.2017
 

Web-basierte Schreibtherapie

Ehemalige Sepsis-Patienten gesucht für Studie

JENA. Patienten, die eine Sepsis überlebt haben, kämpfen häufig nicht nur mit körperlichen Langzeitfolgen, sondern auch mit psychischen Spuren, teilt die Uniklinik Jena mit. "Wir wissen, dass mehr als ein Fünftel der Überlebenden einer Sepsis eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) entwickelt und auch die Lebenspartner der Patienten oft betroffen sind. Zutage tritt diese Störung meist einige Monate, nachdem das Schlimmste überwunden ist", beschreibt PD Dr. Jenny Rosendahl in der Mitteilung das Ergebnis einer Studie des Zentrums für Sepsis und Sepsisfolgen CSCC am Uniklinikum Jena.

Die Psychologin leitet gemeinsam mit ihrer Kollegin Professor Christine Knaevelsrud von der Freien Universität Berlin eine jetzt startende Studie, die diesen Patienten und ihren Partnern in Form der internetbasierten Schreibtherapie "zwei leben" Hilfe anbietet. Knaevelsrud ist von der Wirksamkeit der internetbasierten Schreibtherapie überzeugt: "Aktuelle Studien belegen, dass internetbasierte Behandlungen genauso wirksam sein können wie Sprechzimmertherapien." Bei der Kommunikation per Internet falle es den Patienten mitunter sogar leichter, angst- und schambesetzte Erfahrungen sowie Gedanken und Gefühle anzusprechen und sich dem Therapeuten zu öffnen. Bislang wurde die Wirksamkeit der internetbasierten Schreibtherapie in verschiedenen Patientengruppen traumatisierter Menschen überprüft und bestätigt, heißt es in der Mitteilung. In der aktuellen Studie wird getestet, wie wirksam die internetbasierte Schreibtherapie für Sepsis-Überlebende und Partner mit PTBS sein kann. Entsprechend wurde das Behandlungsangebot erstmals speziell für die traumatischen Erfahrungen aus der intensivmedizinischen Behandlung angepasst, so die Uniklinik. Neu sei zudem, dass auch die Lebenspartner der Patienten aktiv in die Behandlung einbezogen werden und ebenso eine Therapie in Anspruch nehmen können, wenn eine PTBS vorliegt. Etwa 100 betroffene Paare suchen die Forscher dafür. Die Teilnahme an der Studie, die als Kooperation vom Universitätsklinikum Jena und der Freien Universität Berlin als Projekt des CSCC vom Bundesforschungsministerium gefördert wird, ist der Mitteilung zufolge kostenlos.(eb)

Mehr Informationen zur Studie gibt es auf: www.zweileben.net

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