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Telemedizin optimiert Therapie bei M. Parkinson

DÜSSELDORF (wk). Für eine optimale Pharmakotherapie bei Parkinson-Patienten ist das Finden und das ständige Anpassen der Medikamenten-Dosis eine hohe Kunst. Professor Alfons Schnitzler von der Neurologischen Klinik am Universitätsklinikum Düsseldorf nutzt dazu seit einiger Zeit die Telemedizin. Damit läßt sich die Beweglichkeit von Parkinson-Patienten zuhause bewerten.

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Die Einstellung der Medikation erfordert bei Parkinson-Kranken eine enge Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Patienten, da mit der Medikation zeitlich sehr genau auf die Schwankungen der Beweglichkeit eingegangen werden muß. Zur Einstellung kann oft auch ein mehrwöchiger Krankenhausaufenthalt notwendig werden.

In der Klinik ist oft nicht genug Zeit fürs intensive Beobachten.

Wesentlicher Baustein dabei ist die Selbstbeobachtung der Patienten, die anhand von Skalen stündlich ihre Beweglichkeit notieren: Wie viel Zittern gab es? Wie viel Überbewegung? Wie viel Unterbewegung? Wie war schließlich der ganze Tag? Ergänzend beurteilen Ärzte die Bewegungsmuster. Dazu haben sie aber auf Station manchmal nur bei der Visite Gelegenheit. Eine an sich nötige intensivere Beobachtung über den Tag macht der Krankenhausalltag oft nicht möglich.

Überdies sind viele Parkinson-Symptome, etwa das Zittern, abhängig von der emotionalen Anspannung der Patienten. So kann die bloße Vorstellung einer angekündigten Visite manche Patienten erregen, während andere sich völlig entspannt zurücklehnen. Solche Situationen verfälschen letztlich die für die medikamentöse Einstellung wichtigen Beobachtungen.

"Eine optimale Dosierung von Medikamenten ist unter diesen Bedingungen sehr schwierig, weil die Patienten für den Klinikalltag eingestellt werden, nicht aber für den Alltag zu Hause, wo die Symptomatik durch ganz andere Dinge beeinflußt wird", gibt Schnitzler zu bedenken.

Deshalb nutzt er seit einiger Zeit die Möglichkeiten der Telemedizin, um die Beweglichkeit von Parkinson-Patienten in deren häuslichem Umfeld zu bewerten.

Bis zu sechs Mal am Tag nehmen sich dafür die Patienten mit einer Videokamera auf: Das kann beim Aufstehen sein, wenn man völlig unbeweglich ist, nach der Tabletteneinnahme, oder wenn etwa ein starker Tremor beginnt. Die Aufnahmen werden automatisch verschickt und vom zuständigen Klinikarzt ausgewertet.

Anhand der Bilder beurteilt dieser die Beweglichkeit, notiert Fortschritte oder unerwünschte Effekte der Therapie und informiert die Patienten über notwendige Änderungen bei der Medikation. Auf diese Weise lassen sich auch früh etwa On-Off-Fluktuationen erkennen, also plötzliche, oft unvorhersehbare Wechsel zwischen Bewegungslosigkeit und unwillkürlichen Bewegungen.

Ersatzkassen erkennen Vorteile der Telemedizin

Inzwischen hat Schnitzler den ursprünglich für Studienzwecke vorgesehenen telemedizinischen Aufbau zu einem ambulanten Versorgungsmodell ausgebaut, dessen Vorteile auch die Ersatzkassen erkannt haben, die die Kosten für ihre Düsseldorfer Patienten übernehmen. Sowohl die Kostenträger als auch die behandelnden Ärzte sind überzeugt, daß das bundesweit einzigartige Projekt viele Klinikaufenthalte ersetzen kann. Künftig sollen auch niedergelassene Ärzte in das Parkinson-Versorgungsmodell einbezogen werden.

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