Ärzte Zeitung online, 09.03.2019

Studien analysiert

Ein Pluspunkt für Sport bei Parkinson

Parkinsonpatienten profitieren offenbar auch hinsichtlich der kognitiven Symptome von Sport.

KÖLN. Während Sport als erfolgreiches Therapiemittel für motorische Einschränkungen bei Parkinson gilt, ist der Effekt auf weitere Symptome, insbesondere kognitive Einschränkungen, wenig bekannt.

Ein deutsch-australisches Forscherteam hat nun in einer systematischen Literaturanalyse überprüft, welche Effekte spezifische Sportformen (Ausdauer-, Koordinations- und Krafttraining) auf die kognitive Leistungsfähigkeit von Parkinson-Patienten haben (J Parkinsons Dis 2019; 9: 73-95). Insgesamt entsprachen elf Studien, veröffentlicht vor März 2018, den Gütekriterien des Forscherteams, teilt die Deutsche Sporthochschule Köln mit.

In diesen Studien wurde die Effektivität verschiedener Sportarten bei über 500 Parkinson-Patienten untersucht. Es wurde kein negativer Einfluss des Sports auf die kognitive Leistungsfähigkeit gefunden – im Gegenteil: Vier Studien zeigten sogar eine signifikante Verbesserung spezifischer kognitiver Symptome. Zudem führten die verschiedenen Bewegungsinterventionen allgemein zu einer Linderung der Krankheitssymptome.

Zum derzeitigen Zeitpunkt könne allerdings keine eindeutige Empfehlung gegeben werden, welche Sportform am besten zur Verbesserung der Kognitionsleistung führe. Zwar scheine ein Ausdauertraining besonders geeignet zu sein, um das Gedächtnis positiv zu beeinflussen. Aber die Ergebnisse der durchgeführten Literaturanalyse zeigten hier auch kontroverse Studienresultate, so die Sporthochschule. Aufgrund der derzeit noch dünnen Studienlage empfiehlt das Wissenschaftlerteam daher, Sportformen direkt miteinander zu vergleichen. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wut und Ärger können Schlaganfälle begünstigen

Menschen, die sich häufig aufregen, sind gefährdeter für Schlaganfälle, zeigen Studien. Das gilt aber nicht für alle. Es spielt womöglich der Status eine Rolle, so eine Analyse. mehr »

Spahn will freiere Kassen-Wahl

Bundesgesundheitsminister Spahn schwebt mehr Wettbewerb zwischen den Krankenkassen vor. Offenbar will er den Umbruch des AOK-Systems forcieren. mehr »

Masern-Impfpflicht im Gespräch

Wird die Masern-Impfung bald Pflicht in Deutschland? Laut SPD befindet sich eine solche Vorlage in Abstimmung mit dem Gesundheitsminister. Die Grünen sind skeptisch. mehr »