Ärzte Zeitung, 06.04.2010

Rauchen scheint Progression bei MS zu beschleunigen

WIESBADEN (mut). Lange Zeit war es umstritten, ob Rauchen den Verlauf der MS überhaupt beeinflusst. Inzwischen mehren sich jedoch Studien, die auf einen negativen Effekt des Tabakkonsums bei MS deuten. Professor Volker Limmroth aus Köln verwies etwa auf eine aktuelle Untersuchung bei knapp 370 MS-Patienten. Von diesen rauchten 128 - im Schnitt eine Packung pro Tag.

Bei ansonsten ähnlichen Parametern wie Alter und Erkrankungsdauer hatten Raucher einen höheren Grad an Behinderungen als Nichtraucher (EDSS-Wert 3,0 versus 2,5), mehr Kontrastmittel-aufnehmende Läsionen sowie eine ausgeprägtere Gehirnatrophie, sagte der MS-Experte beim Neuro Update in Wiesbaden. Limmroth vermutet, dass Nikotin die Blut-Hirn-Schranke schädigt und dabei die Migration aktivierter Lymphozyten ins Gehirn erleichtert.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

In welchem Alter die Lust an Bewegung schwindet

Kinder bewegen sich viel, rennen und toben gerne. Das ändert sich, wenn sie älter werden. Bislang dachte man, dass der Wandel mit der Pubertät einsetzt – doch weit gefehlt. mehr »

Alle vier Stunden ein Arzt weniger

Die Produktivität in der ambulanten Versorgung sinkt, warnt die KBV und macht darauf mit einer "Arztzeituhr" in ihrem Gebäude aufmerksam. Der Trend habe mehrere Gründe. mehr »

Wenn Männer mehr als zwei Hoden haben

Überzählige Hoden sind meist asymptomatisch. Bei einem jungen Mann mit akutem Skrotum machten australische Urologen jetzt einen überraschenden Zufallsbefund. mehr »