Ärzte Zeitung, 08.06.2005

Schizophrenie-Kranke können Gefühle nur schwer erkennen

Gesichtsausdrücke werden häufig falsch interpretiert

BALTIMORE (ddp.vwd). Menschen mit Schizophrenie können die Gefühle anderer Menschen schlechter einschätzen als Gesunde, weil sie ihnen nicht richtig ins Gesicht sehen: Sie schauen sich die Gesichter nicht lange genug an und konzentrieren sich außerdem auf die falschen Gesichtszüge. Das hat eine US-amerikanische Studie mit 65 Schizophrenie-Patienten ergeben.

Die fehlende Fokussierung auf die Mimik des Gegenübers führe dazu, daß den Betroffenen wichtige Hinweise auf die Gefühlslage des anderen entgehen, berichtet Dr. Dennis Combs von der Universität von Tulsa in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Schizophrenia Bulletin".

Menschen mit Schizophrenie haben fast immer ein sehr eingeschränktes Sozialleben - unter anderem, weil sie große Schwierigkeiten haben zu erkennen, wie sich andere Menschen fühlen.

Um der Ursache für das fehlende Einfühlungsvermögen auf die Spur zu kommen, führte Combs mit 65 Schizophrenie-Kranken einige Aufmerksamkeitstests durch. Die Patienten waren dabei nicht in der Lage, ihre Aufmerksamkeit lange genug auf ein Gesicht zu richten, um den Ausdruck der Person eindeutig zu erkennen.

Außerdem übersahen sie Veränderungen des Gesichtsausdrucks. Die Folge: Die Patienten ordneten nicht einmal der Hälfte der Gesichtsausdrücke, die ihnen gezeigt wurden, die richtigen Emotionen zu.

Topics
Schlagworte
Schizophrenie (280)
Krankheiten
Schizophrenie (723)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Neue Arzneien zum Schutz vor Brüchen

Osteoporose wird oft übersehen. Der Welt-Osteoporose Tag rückt die Erkrankung ins Bewusstsein. Zum Schutz vor Frakturen werden derzeit neue Substanzen erprobt. mehr »

Vergangenheit, die nicht vergeht

Ramstein, Eschede, Loveparade in Duisburg: Großunglücke lassen bei Opfern und oft auch bei Einsatzkräften seelische Wunden zurück. Psychotraumatologen können den Betroffenen in der Regel gut helfen. mehr »

Politik hat die Bedeutung der Arzneimittelforschung erkannt

Gute Versorgungsideen sind in der Politik willkommen, stellte Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Springer Medizin Gala zum Galenus-von-Pergamon-Preis klar. mehr »