Ärzte Zeitung, 14.11.2005

Sumatriptan-Tabletten wirken dank neuer Galenik schnell

Neue Zubereitung macht das Triptan schnell löslich / Wirkstoff gelangt rasch ins Blut / Schmerzlinderung nach weniger als 30 Minuten

BREMEN (sko). Dank einer neuen, schnellöslichen Galenik wirkt Sumatriptan bei der Behandlung von Migräne-Patienten bereits nach 20 Minuten. Das ist das Ergebnis einer Placebo-kontrollierten Studie. Einige Patienten waren sogar schon nach 26 Minuten komplett schmerzfrei.

Wenn Migräne-Patienten gefragt werden, was sie von ihrem Attacken-Medikament erwarten, lautet die Antwort meist: Es muß schnell wirken! Eine gute Option dafür ist das bewährte Sumatriptan in einer neuen Galenik (Imigran®T).

Durch die Beimengung eines Brausemittels zerfallen die Tabletten fünfmal schneller als herkömmliche. Das berichtete Professor Andreas Straube vom Uniklinikum Großhadern in München beim Schmerzkongreß in Bremen.

Weitere Vorteile des schnellen Zerfalls: Der Wirkstoff verläßt schneller den Magen, wird schneller resorbiert und flutet auch schneller im Plasma an: "In den ersten 30 Minuten ist der Plasmaspiegel um durchschnittlich 20 Prozent höher als mit der konventionellen Tablette", sagte Straube bei einem von GlaxoSmithKline organisierten Symposium.

    Patienten dokumentierten Beginn der Wirkung mit Handcomputer.
   

Doch macht sich diese pharmakokinetische Besonderheit auch in der Praxis bemerkbar? Nach den Ergebnissen einer Studie mit 2700 Patienten, die Straube in Bremen vorstellte, lautet die Antwort: Ja. Die Patienten hatten mittelschwere bis schwere Migräne und nahmen als Attacken-Medikation entweder die schnellösliche Tablette oder Placebo.

Zur zeitnahen Erfassung des Wirkbeginns erhielten die Patienten einen kleinen Handcomputer als Stoppuhr. Bereits nach 20 Minuten konnte bei sechs Prozent der Patienten, die 100 mg des schnellöslichen Triptans eingenommen hatten, eine Wirkung gemessen werden.

Die Wirkung war definiert als Reduktion der Schmerzstärke von schwer auf mittel oder von mittel auf schwach. Mit Placebo war das nur bei vier Prozent der Patienten der Fall. Dieser Unterschied war signifikant.

Nach 26 Minuten waren zwei Prozent der Patienten aus der Triptangruppe schmerzfrei, mit Placebo hingegen nur ein Prozent, ebenfalls ein signifikanter Unterschied. "In dieser Studie konnte erstmals mit einem oralen Triptan ein Wirkbeginn nach weniger als 30 Minuten nachgewiesen werden", sagte Straube.

Daß dies noch nicht mit anderen Triptanen gelungen sei, läge natürlich auch an dem Handcomputer, der bei anderen Triptanen so noch nicht verwendet worden sei.

Zu Migräne gibt es im Springer Lexikon Medizin eine Zusammenfassung von Dr. Günther Schumann aus Bochum.

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