Ärzte Zeitung, 15.12.2016

Reproduktionsmedizin

Mutter dank eingefrorenem Ovarialgewebe

Zum ersten Mal ist eine Frau Mutter geworden, deren Fertilität mit präpubertär entnommenem Ovarialgewebe wiederhergestellt wurde.

LONDON. In Großbritannien hat eine Frau dank vor der Pubertät entnommenen und kryokonservierten Ovarialgewebe ein Kind zur Welt gebracht. Das teilt der Nachrichtensender "BBC" mit.

Das Verfahren, Ovarialgewebe einzufrieren, um zu einem späteren Zeitpunkt die Fertilität der Frau wiederherzustellen, ist nicht neu. Doch bei der 24-jährigen Patientin aus Dubai sei das Verfahren zum erstmals erfolgreich mit vor der Pubertät eingefrorenem Gewebe durchgeführt worden.

Die Frau litt dem Nachrichtensender zufolge an Beta-Thalassämie und musste sich einer Knochenmarkstransplantation unterziehen. Vor der dafür erforderlichen Chemotherapie ließ sie sich im Alter von neun Jahren das rechte Ovar entnehmen und einfrieren. Letztes Jahr sollen dänische Chirurgen der Patientin dann fünf Gewebestücke des konservierten Ovars wieder transplantiert haben. Daraufhin kam es bei der Frau, die ja bereits in der Menopause war, zur Ovulation.

Um die Chancen für eine Schwangerschaft zu erhöhen, erzeugten Ärzte durch In-vitro-Fertilisation drei Embryonen von denen zwei der Frau eingepflanzt wurden. Am Dienstag brachte die Patientin dann im Portland Hospital in London einen gesunden Jungen zur Welt. (grz)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Diese Akuttherapie lässt Hypertoniker Berge erklimmen

Wenn Hypertoniker in großen Höhen kraxeln, steigt ihr Blutdruck viel stärker an als bei ähnlicher Belastung auf tieferem Niveau. Eine Akuttherapie kann dagegen helfen, berichten Ärzte. mehr »

Der Trend zur Knieprothese

Bundesweit werden immer mehr künstliche Kniegelenke eingesetzt - zunehmend auch bei Jüngeren. Medizinisch erklärbar sei der Trend nicht, so die Bertelsmann-Stiftung. Die Autoren vermuten finanzielle Gründe dahinter und geben Ärzten Tipps. mehr »

Sieben Forderungen sollen Modelprojekt ARMIN voran bringen

Bereits seit 2014 läuft die Arzneimittelinitiative "ARMIN" in Sachsen und Thüringen. Die Beteiligten des Modellprojekts haben jetzt Bilanz gezogen und sieben Forderungen an die Politik übergeben. mehr »