Ärzte Zeitung, 16.12.2005

Mega-Studie soll Klarheit bringen zu Antirheumatika

20 000 Patienten nehmen teil

CLEVELAND (ob). US-Forscher wollen nun die Frage nach dem Nutzen/Risiko-Profil unterschiedlicher Antirheumatika ein für allemal klären. Definitive Antworten sollen die Ergebnisse einer geplanten neuen Mega-Studie in den USA geben.

An dieser Studie werden voraussichtlich 20 000 Patienten teilnehmen, die alle an Arthrose leiden und zudem eine kardiovaskuläre Erkrankung haben. Dies berichtet theheart.org, ein Internet-basierter Anbieter kardiologischer Informationen unter Berufung auf den Studienleiter Professor Steven Nissen aus Cleveland im US-Bundesstaat Ohio.

In der Studie mit dem Akronym PRECISION (Prospective Randomized Evaluation of Celecoxib Integrated Safety versus Ibuprofen or Naproxen) werden der selektive COX-2-Hemmer Celecoxib und die beiden nichtselektiven NSAR Ibuprofen und Naproxen miteinander verglichen.

Mit dieser groß angelegten Untersuchung wird sich wohl abschließend klären lassen, wie es um das kardiovaskuläre Sicherheitsprofil, die gastrointestinale Verträglichkeit sowie die analgetische Wirksamkeit der drei Substanzen bestellt ist, erklärte Nissen in einem Interview.

Wegen bestehender Gefäßerkrankungen erhalten alle Studienteilnehmer aus Gründen der Sekundärprävention ASS in niedriger Dosierung. Alle werden zudem mit dem Protonenpumpenhemmer Omeprazol behandelt.

Unterstützt wird die Studie, deren Kosten nach Schätzungen im Bereich von 100 Millionen Dollar liegen dürften, vom Unternehmen Pfizer. Um größtmögliche Unabhängigkeit zu gewährleisten, ist dem Sponsor allerdings der Zugriff auf die Daten verwehrt, betonte Nissen.

Diese bleiben nach seinen Angaben allein unter der Kontrolle der verantwortlichen Klinik in Cleveland sowie staatlicher Behörden (US-National Heart, Lung and Blood Institute).

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So will Deutschland den Zuckerberg bezwingen

16:00 UhrZu viel und zu schlecht gekennzeichnet: Zucker versteckt sich in vielen Fertigprodukten. Das erschwert eine gesunde Ernährung. Die Politik will nun eingreifen. mehr »

Der Transgender-Trend

Paradigmenwechsel? Transsexuelle lassen sich sogar selbstbewusst für den "Playboy" ablichten. Psychiater warnen aber vor einem Geschlechtsdysphorie-Hype unter Jugendlichen. mehr »

Deshalb gibt's immer mehr Parkinsonkranke

Die absolute Zahl der weltweiten Parkinsonkranken hat sich seit 1990 mehr als verdoppelt. Forscher haben eine Vermutung, warum der Anstieg in manchen Ländern so stark ist. mehr »