Direkt zum Inhaltsbereich

Brustschmerz - das Herz ist es oft nicht

Wenn Brustschmerzen auftreten, denken viele: Das hat etwas mit dem Herzen zu tun. Doch das ist in den meisten Fällen falsch, nur bei jedem Sechsten ist es wirklich so. In der Praxis ist häufig eine andere spezielle Erkrankung Ursache für die Brustschmerzen.

Veröffentlicht:

FRANKFURT/MAIN (mal). Es ist nicht immer das Herz: Die häufigste Diagnose bei erwachsenen Patienten mit Brustschmerz ist in der Praxis die einer neuromuskulären Erkrankung, eines Brustwandsyndroms.

In einer Studie bei Patienten mit dem Symptom Brustschmerz - alle mindestens 35 Jahren alt - sei bei 47 Prozent von ihnen eine solche Diagnose gestellt worden, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) in ihrer Leitlinie "Brustschmerz".

Muskelverspannung und stechender Schmerz

Mit dem Begriff Brustschmerz seien dabei Schmerzen oder Missempfindungen im Bereich des vorderen und seitlichen Thorax gemeint, auch Brennen, Druckgefühl, Ziehen oder Stechen, unabhängig von konkreter Lokalisation oder Ausstrahlung.

Hinweise auf ein Brustwandsyndrom sind vor allem lokalisierte Muskelverspannung und ein stechender, durch Palpation reproduzierbarer Schmerz, so die Leitlinien-Autoren.

Luftnot und Husten sprechen gegen Brustwandsyndrom

Als Kriterien, die eher gegen ein Brustwandsyndrom sprechen, führen sie auf: bekannte Gefäßkrankheit, Luftnot, Husten, Atemwegsinfekt sowie Notwendigkeit eines Hausbesuchs.

Eine Druckempfindlichkeit über der zweiten anterioren costochondralen Verbindung sei ein häufiger Befund bei Fibromyalgie.

Schmerz im Bereich der Brustwand und der thorakalen Wirbelsäule könnte auf ankylosierende Spondylitis deuten.

Deutlich seltener als Brustwandsyndrom ist KHK

Deutlich seltener als ein Brustwandsyndrom waren in der Studie Herzkrankheiten (KHK 11 Prozent, akutes Koronarsyndrom 3,6 Prozent) Brustschmerz-Ursache.

Ein Instrument, um bei Brustschmerz die Wahrscheinlichkeit einer KHK abzuschätzen, ist laut Leitlinie der "Marburger Herz-Score".

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Informationskampagne

Wartezimmerplakate bieten Rheuma-Wissen to go

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Insomnie

Wie sich schlechter Schlaf auf Schmerzen auswirkt

Lesetipps
Nahaufnahme einer männliche Hand, die die Tagesdosen an Vitaminen, Medikamenten, Tabletten und Nahrungsergänzungsmitteln in eine Tablettenbox füllt.

© eliosdnepr / stock.adobe.com

NAKO-Studie

Jeder Vierte erhält offenbar mindestens ein inadäquates Medikament im Alter