Rheuma

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Modul: Medikamentöse Therapie der rheumatoiden Arthritis und ihrer Komorbiditäten

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Ärzte Zeitung online, 28.02.2013

Hüftarthrose

Sport und Diät helfen dem Gelenk

Von regelmäßiger Bewegung und Gewichtsreduktion profitieren nicht nur die Kniegelenke übergewichtiger Arthrosepatienten, auch den Hüftgelenken nützt ein solcher Therapieansatz.

Sport und Diät fürs Hüftgelenk

Sportlich aktiv sein - das lohnt sich auch bei Coxarthrose: die Gelenkfunktion verbessert sich, und die Schmerzintensität sinkt.

© Luis Louro / Fotolia.com

GRONINGEN. Übergewicht begünstigt den Gelenkverschleiß: Folgerichtig empfiehlt man korpulenten Patienten mit arthrosebedingten Beschwerden in Knie- oder Hüftgelenk, abzunehmen und sich mehr zu bewegen.

Eine wissenschaftliche Evidenz für diese Therapieempfehlung existierte bislang zwar für die Gonarthrose, nicht aber für die Coxarthrose.

Abnehmen und mehr Bewegung - was präventiv wirkt, taugt offenbar auch als Therapie. Übergewichtige Patienten mit Hüftgelenksarthrose können laut einer prospektiven Kohortenstudie aus den Niederlanden ihre Gelenkbeschwerden mit einer entsprechenden Lebensstiländerung deutlich verbessern.

Die Orthopädin Nienke Paans von der Universität Gröningen und ihre Kollegen überprüften bei 30 übergewichtigen Coxarthrose-Patienten den Effekt eines achtmonatigen Therapieprogramms, das auf Gewichtsreduktion und regelmäßige Bewegung abzielt.

Um in die Studie aufgenommen zu werden, mussten die Probanden über 25 Jahre alt sein, einen Body-Mass-Index zwischen 25 und 40 haben und die Kriterien einer klinischen Coxarthrose gemäß der Definition nach Altman erfüllen.

Gesunder Lebensstil auf Rezept

Das heißt, sie mussten über Schmerzen im Hüftgelenk klagen und zusätzlich entweder bei einem Innenrotationsradius über 15 Grad über Schmerzen bei der Innenrotation sowie eine morgendliche Gelenksteifigkeit von bis zu 60 Minuten berichten oder aber eine eingeschränkte Innenrotation von unter 15 Grad und eine Beugefähigkeit unter 115 Grad aufweisen.

Radiologisch wurde die Diagnose anhand der Coxarthrose-Kriterien von Kellgren und Lawrence gestellt (Phys Ther 2013; 93(2): 137).

In den ersten drei Monaten trainierten die Probanden einmal die Woche eine Stunde mit einem Personal-Trainer, anschließend absolvierten sie fünf Monate lang ihre wöchentliche Trainingseinheit in der Gruppe.

Ziel war es, die Kondition zu steigern. Außerdem wurde die Probanden angehalten, während der acht Monate jeden Tag zu Hause eine halbe Stunde lang zu trainieren.

Auch das Diätprogramm war gestaffelt: In den ersten drei Monaten wurden die Probanden intensiv begleitet und ihre Ernährung wurde umgestellt.

In den darauf folgenden zwei Monaten wurden Probleme besprochen und Lösungen erarbeitet, um in den nächsten drei Monaten den Gewichtsverlust zu halten und die Motivation nochmals zu stärken.

Rundum fitter

Nach drei und acht Monaten hatten die Probanden im Durchschnitt 2,8 Kilogramm (95-CI -4,4 bis -1,2; p<0,05) beziehungsweise 5,6 Kilogramm (95-CI -7,7 bis -3,4; p< 0,001) verloren. Der Körperfettanteil, der zu Beginn durchschnittlich 41 Prozent betrug, war acht Monate später um 3,3 Prozent (95-CI -4,6 bis -2,1; p=0,000) gesunken.

Das Therapiekonzept verbesserte deutlich die Gelenkfunktion und senkte die Schmerzintensität. So stieg der WOMAC-"physical function"-Score von 53,0 zu Studienbeginn auf 64,8 und 70,3 nach drei bzw. acht Monaten.

Die SF-36-Scores "körperliche Funktionsfähigkeit" und "körperliche Rollenfunktion" kletterten nach acht Monaten von 45,6 auf 67,1 bzw. 35,8 auf 72,6. Der WOMAC-Schmerz-Score wiederum verbesserte sich um 25,4 Prozent (59,8 vs. 75,0).

Auch die quantitativen Tests bestätigten einen Nutzen: Im 6-Minuten-Gehtest steigerten sich die Probanden um etwa 50 Meter (433,3 vs. 481,4), im 20-Meter-Gehtest um eine Sekunde (15,3 vs. 14,1).

Nach Meinung von Paans und Kollegen scheinen übergewichtige Coxarthrose-Patienten von einem Therapiekonzept aus Training und Ernährungsumstellung zu profitieren.

Für den tatsächlichen Beweis allerdings bedarf es randomisierter kontrollierter Studien. Außerdem sei zu prüfen, ob der positive Effekt nach dem achtmonatigen Therapieprogramm anhält und ob damit sogar ein Gelenkersatz hinausgezögert werden kann. (dk)

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