Rheuma

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Medikamentöse Therapie der rheumatoiden Arthritis und ihrer Komorbiditäten

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 14.05.2013

Luxierte Schulter

Fraktur statt erfolgreiche Reposition

Eine erste Schulterluxation bei Patienten über 40 sollte nicht notfallmäßig reponiert werden. Denn oftmals liegen Begleitverletzungen vor, haben britische Kollegen herausgefunden. Die Gefahr sind iatrogene Oberarmfrakturen.

Von Elke Oberhofer

schultermann-A.jpg

Bei Patienten über 40 geht eine Schulterluxation nicht selten mit einer Fraktur einher.

© BananaStock/Thinkstock

READING. Eine Schulterluxation ist nicht selten von einer Fraktur des Tuberculum majus begleitet, dem großen knöchernen Höcker am Oberarmkopf, wo die Rotatorenmanschette ansetzt.

Besonders bei älteren Patienten ist so eine kombinierte Verletzung relativ häufig; das haben frühere Studien gezeigt. Britische Forscher raten daher, Patienten jenseits der 40 nur unter Vollnarkose und vollständiger Muskelrelaxation zu reponieren.

In ihrer Studie war im Falle einer unbemerkten Begleitverletzung das Risiko, dem Patienten beim notfallmäßigen "Einrenken" den Oberarm zu brechen, deutlich erhöht.

An der retrospektiven Studie hatten 92 erstmals schulterluxierte Patienten im Alter von über 40 Jahren teilgenommen (J Orthop Trauma 2013; 27: 190-195).

Das mittlere Alter lag bei 64 Jahren. Wie die Forscher aus Reading berichten, lag die Rate der dislozierten Humerushalsfrakturen, die man nach Reposition röntgenologisch festgestellt hatte, bei 5,4 Prozent.

In allen diesen Fällen hatte man eine initial vorliegende Fraktur des Tuberculum majus im Röntgenbild übersehen. Damit hatte die Reposition bei jedem vierten Patienten mit einer solchen vorbestehenden Verletzung zu einer zusätzlichen Fraktur geführt.

Bestenfalls weitere Diagnostik

Bedauerlicherweise ließ sich nachträglich nicht mehr feststellen, welche Repositionsmanöver zum Einsatz gekommen waren und wie viele Versuche die Ärzte im Einzelfall durchgeführt hatten.

Alle fünf Patienten mussten anschließend operiert werden, meistens sogar mehrfach. Danach hatten alle Probleme: Bei einem war die Schulter steif, bei einem Patienten war der Plexus brachialis verletzt, bei zwei weiteren war die Fraktur unzureichend verheilt bzw. disloziert, zwei hatten eine avaskuläre Nekrose entwickelt.

Um solche "verheerenden Komplikationen" zu vermeiden, empfehlen Atoun und Kollegen nachdrücklich, Patienten über 40 ausschließlich in Allgemeinanästhesie und unter vollständiger Muskelrelaxation zu reponieren.

Den Einsatz der Computertomografie (CT) zum Ausschluss von Begleitfrakturen fordern einige Experten schon seit Jahren.

In der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie werden bei "nicht eindeutiger Röntgendiagnose" weitere bildgebende Maßnahmen empfohlen, auch CT. Besonders bei älteren Patienten rät das Gremium zu einer Rotatorenmanschettendiagnostik mit Ultraschall oder MRT.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Bekommen Kinder O-Beine durch Sport?

Zu O-Beinen neigen offenbar viele Kinder, die bestimmte Sportarten betreiben. Dabei wirkt die einseitige Druckbelastung im Knie als Wachstumsbremse, vermuten Forscher. mehr »

Neue Leitlinie zum Kopfschmerz durch Schmerzmittel-Übergebrauch

Schmerzmittel können vorbestehende Kopfschmerzen verstärken und chronifizieren - wenn man sie zu oft, zu lange oder zu hoch dosiert einnimmt. Eine neue Leitlinie zeigt auf, wie Ärzte solchen Patienten helfen können. mehr »

Nicht nur zu viel LDL-C ist schädlich

Atherosklerose entsteht offenbar nicht nur, wenn zu viel LDL-Cholesterin im Blut zirkuliert. Der Aufbau der Partikel scheint ebenfalls eine wichtige Rolle zu spielen – und hier lässt sich therapeutisch eingreifen, wie Wissenschaftler zeigen. mehr »