Ärzte Zeitung, 21.01.2005

Teriparatid hilft nach antiresorptiver Therapie

Parathormonfragment baut bei Frauen mit Osteopenie, die zuvor Raloxifen oder Alendronat bekamen, Knochen auf

FRANKFURT (djb). Was tun, wenn Frauen mit Osteoporose nach den Wechseljahren trotz einer antiresorptiven Therapie neue Wirbelfrakturen erleiden? "Die Patientin auf das osteoanabol wirksame Teriparatid umstellen!", plädierte Dr. Christopher Niedhart.

Die Substanz stimuliere auch nach einer antiresorptiven Langzeittherapie die Bildung von neuem physiologischen Knochen mit verbesserter Mikroarchitektur, wenngleich je nach Vortherapie unterschiedlich rasch.

Der Orthopäde von der Orthopädischen Universitätsklinik der RWTH in Aachen stützt seine Empfehlung unter anderem auf eine Studie, in der 59 Frauen mit verminderter Knochendichte 28 Monate lang entweder mit dem selektiven Östrogen-Rezeptor-Modulator Raloxifen oder mit dem Bisphosphonat Alendronat behandelt worden waren und anschließend 20 µg des Parathormonfragments Teriparatid (Forsteo®) täglich subkutan erhielten.

Die Studie hat ergeben, daß Teriparatid den supprimierten Knochenumbau nach einer antiresorptiven Therapie wieder stimuliert und die Knochendichte erhöht, so Niedhart bei einer vom Unternehmen Lilly initiierten Veranstaltung.

Bei Frauen, die zuvor mit Raloxifen (vom Unternehmen als Evista® erhältlich) behandelt worden waren, kam der Knochenaufbau jedoch rascher in Schwung, und die Zunahme der Knochendichte war signifikant höher. Nach 18 Monaten Teriparatid-Therapie war die mit DXA gemessene Knochendichte an der LWS in der mit Raloxifen vorbehandelten Gruppe um elf Prozent gestiegen, in der Alendronat-Gruppe um vier Prozent.

Bei den durch Teriparatid aktivierten Umbauprozessen wird verstärkt altes, ausgeprägt mineralisiertes Knochengewebe durch neue, wenig mineralisierte Knochensubstanz ersetzt, die im weiteren Verlauf weiter ausmineralisiert wird. Die leicht verzögerte osteoanabole Wirkung von Teriparatid nach Therapie mit Alendronat ist möglicherweise darauf zurückzuführen, daß das Bisphosphonat die Umbaugeschwindigkeit des Knochens stärker mindert als Raloxifen und eine ausgeprägtere Mineralisierung der Knochenmatrix bewirkt.

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