Ärzte Zeitung, 12.04.2006

Bisphosphonat i.v. ist gute Option bei Magen- oder Compliance-Problemen

Viele Osteoporose-Patientinnen profitieren von der Alternative zur oralen Therapie

BERLIN (gvg). Die intravenöse Applikation des Bisphosphonats Ibandronat ist nicht nur bei empfindlichem Magen eine interessante Option. Auch wenn die nach oraler Applikation der Substanz geforderte aufrechte Körperhaltung den Patientinnen Mühe macht oder wenn die Compliance fraglich ist, kommt die i.v.-Formulierung in Frage.

Ibandronat, das bereits als Monatstablette zur Osteoporose-Therapie erhältlich ist, ist seit kurzem auch zur intravenösen Injektion für diese Indikation zugelassen. Das Medikament wird nur einmal im Quartal in einer Dosierung von drei Milligramm verabreicht.

"Wir sind alle sehr froh, daß jetzt ein intravenös zu verabreichendes Bisphosphonat zur Therapie bei Osteoporose auf dem Markt ist und daß wir nicht mehr off label behandeln müssen", sagte Professor Johann Ringe vom Klinikum Leverkusen der Universität Köln. Es gebe viele Patientinnen, bei denen die neue Formulierung die Bisphosphonat-Therapie wesentlich erleichtern könne, so Ringe auf einer Veranstaltung von GlaxoSmithKline und Hoffmann-La Roche. Die beiden Unternehmen vermarkten Ibandronat gemeinsam als Bonviva®.

Kandidatinnen für die intravenöse Ibandronat-Therapie sind nach Angaben von Ringe vor allem Frauen, die eine orale Bisphosphonat-Therapie wegen Magenproblemen abbrechen. Schwierig könne eine orale Behandlung auch bei Hiatushernien sowie bei einer Refluxösophagitis oder nach einer Magenoperation sein.

Ein weiteres Indikationsgebiet für die intravenöse Behandlung sieht der Osteoporose-Spezialist bei Frauen, die die 30 bis 60 Minuten in aufrechter Körperhaltung, die nach oraler Einnahme gefordert ist, nicht einhalten können. So setzt Ringe das intravenöse Ibandronat bei Patientinnen mit Multipler Sklerose ein. Aber auch bei alten Patientinnen könne diese Behandlung von Vorteil sein.

Besonders geeignet sei die i.v.-Therapie auch für Frauen, die sehr viele Medikamente einnehmen müssen. Ringe denkt dabei besonders an Rheumakranke. "Außerdem ist natürlich an all jene Patientinnen zu denken, bei denen eine schlechte Compliance wahrscheinlich ist", sagte Ringe in Berlin. Vor allem Demenz-Patientinnen könnten durch die quartalsweisen Injektionen mit größtmöglicher Sicherheit vor den Komplikationen einer Osteoporose bewahrt werden.

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