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Sturzprävention

Leichtes Training steigert die Balance

Für ihre Studie zur Prävention von sturzbedingten Hüftfrakturen bei Heimbewohnern haben Forscher aus Stuttgart nun den mit 20.000 Euro dotierten Theo-und-Friedl-Schöller-Forschungspreis für Altersmedizin erhalten.

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STUTTGART. Der Theo-und-Friedl-Schöller-Forschungspreis für Altersmedizin wurde erstmals am 17. Oktober 2013 von der gleichnamigen Stiftung und dem Zentrum für Altersmedizin des Klinikums Nürnberg verliehen.

Ausgezeichnet wurden Professor Dr. Clemens Becker, Chefarzt der Klinik für Geriatrische Rehabilitation am Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) in Stuttgart, und Priv.-Doz. Dr. Kilian Rapp, Oberarzt der Abteilung, für ihre Forschung zur Prävention von sturzbedingten Hüftfrakturen bei Heimbewohnern.

In einer groß angelegten Studie konnten sie nachweisen, dass sich ein leichtes Trainingsprogramm bereits nach kurzer Zeit positiv auf Balance und Kraft älterer Menschen auswirkt, teilt das RBK mit.

In 256 bayerischen Pflegeheimen wurde ein multifaktorielles Sturzpräventionsprogramm eingeführt, das neben regelmäßigem körperlichem Training unter anderem eine genaue Untersuchung der verabreichten Medikamente sowie eine erhöhte Zufuhr an Vitamin D beinhaltete (PLoS ONE 6(8): e24311).

Das Ergebnis: Innerhalb eines Jahres erlitten die Bewohner 19 Prozent weniger sturzbedingte Oberschenkelhalsfrakturen, als noch in den Vorjahren.

"Umgelegt bedeutet das für die 1000 bayerischen Pflegeheime 1500 Hüftfrakturen weniger in den letzten Jahren", wird Becker in der Mitteilung zitiert. Der Mediziner führt bereits seit mehr als 15 Jahren Studien zum Thema Sturzprävention im Alter durch.

Theo-und-Friedl-Schöller-Forschungspreis verliehen

Statistiken zeigen, dass knapp ein Drittel aller Menschen über dem 65. Lebensjahr mindestens ein Mal pro Jahr stürzen. Dies lässt sich in vielen Fällen auf mangelnde Balance und geringe Kraft zurückführen, eine Entwicklung, von der vor allem Frauen betroffen sind.

Um die eigene Kraft zu verbessern, sollte man zwei bis drei Mal pro Woche die entsprechenden Muskelgruppen trainieren. Dies kann mit dem eigenen Körpergewicht, freien Gewichten wie Manschetten oder Kurzhanteln, aber auch mit Geräten erfolgen.

Um gegen diese Entwicklung anzusteuern, gibt es viele Möglichkeiten: Tanzen gehen oder Tanzen lernen, Zeit mit Sportarten wie Qi Gong und Tai Chi Chuan verbringen sowie Übungen, die das Gleichgewicht herausfordern. "Am besten sollte man sich darin täglich üben", so Becker.

"Die Verbesserung der Kraft ist vor allem für Frauen ab dem 60. Lebensjahr von großer Bedeutung. Diese Maßnahmen zweimal pro Woche durchgeführt, beugen der Hilfsbedürftigkeit im Alter wirkungsvoll vor."

Mit dem Theo-und-Friedl-Schöller-Forschungspreis für Altersmedizin werden herausragende, bereits fertiggestellte wissenschaftliche Arbeiten ausgezeichnet, die sich besonders mit den Belangen hochaltriger Menschen befassen und damit neue Aspekte in Forschung, Lehre und Versorgung eröffnen. Das Preisgeld beträgt 20.000 Euro. (eb)

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