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Drei Punkte zur Bechterew-Diagnostik

WIEN (gvg). Chronische Schmerzen im Lendenwirbelsäulen-Bereich sind das Kardinalsymptom bei Morbus Bechterew. Doch welche Patienten mit diesem häufigen Beschwerdebild sollten genauer untersucht werden?

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Auf dem Europäischen Rheumatologen-Kongreß in Wien hat Professor Joachim Sieper von der Charité Berlin Hausärzten dazu Tips gegeben. Der Hintergrund: Je mehr Hinweise es gibt, daß auch bei Morbus Bechterew eine frühe Therapie medizinisch geboten ist, umso wichtiger ist eine rasche Diagnose.

Sieper empfiehlt Hausärzten ein einfaches Screeningschema, das sie bei Patienten mit LWS-Schmerzen anwenden können, die länger als drei Monate bestehen. Das Ziel ist klar: Nicht jeder Patient mit diesem Problem muß zum Rheumatologen, aber trotzdem sollte möglichst kein Bechterew-Patient übersehen werden.

  • Zunächst sollte das Alter der Patienten berücksichtigt werden. 95 Prozent aller Bechterew-Kranken seien bei den ersten Symptomen jünger als 45 Jahre, so Sieper. Ein Symptombeginn im höheren Alter macht einen Bechterew eher unwahrscheinlich.
  • Auch der nächste Screeningschritt ist ein klinischer: Gibt es Hinweise für einen entzündlichen Rückenschmerz? Damit ist in erster Linie die Morgensteife gemeint, die durch körperliche Aktivität nach etwa einer halben Stunde besser wird. Ist die Antwort "ja", sei eine Überweisung zu einem Rheumatologen gerechtfertigt. "Die Wahrscheinlichkeit eines Morbus Bechterew liegt dann bei etwa eins zu fünf", so Sieper bei einer Veranstaltung von Wyeth.
  • Wer den M. Bechterew noch etwas weiter einkreisen möchte, der kann den Labortest auf das HLA-B27-Antigen veranlassen. "Ist er positiv, dann liegt die Wahrscheinlich eines Morbus Bechterew bei eins zu drei", so Sieper. Weitere Hinweise geben typische Symptome wie Fersenschmerz durch eine Entzündung der Sehnen-Ansatzpunkte oder eine anteriore Uveitis. Beides ist aber zu selten, um für das Screening hilfreich zu sein.

Was er Hausärzten nicht empfehle, sei eine Röntgen- oder MRT-Untersuchung der Sakroiliakal-Gelenke, so Sieper. Denn die Interpretation dieser Befunde sei fehleranfällig und sollte deswegen einem Rheumatologen vorbehalten bleiben.

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