Ärzte Zeitung, 19.08.2011

Rheumakranke haben Impfungen besonders nötig

Hohes Infektrisiko durch Krankheit und Therapie

ROSTOCK (eis). Das Sterberisiko bei rheumatischen Erkrankungen ist durch Infektionen erhöht. Betroffene sollten daher besonders sorgfältig vor Erregern geschützt werden.

Rheumakranke haben Impfungen besonders nötig

Rheumapatienten sollten sich regelmäßig impfen lassen, rät der Experte.

© Erwin W. / panthermedia.net

Schwere Infektionen treffen Patienten mit Rheumatoider Arthritis besonders häufig: Jeder zweite Betroffene wird binnen zwölf Jahren wegen einer Infektionskrankheit stationär behandelt, berichtet Dr. Norman Görl vom Klinikum Rostock (Allgemeinarzt 2011; 12: 20). Ursache für die geschwächten Abwehrkräfte sind die Grunderkrankung selbst und die immunsuppressive Therapie.

Jede Möglichkeit, Rheumapatienten vor Infektionen zu schützen, sollte daher genutzt werden, betont der Rheumatologe. Er rät daher, den Impfstatus der Patienten regelmäßig zu kontrollieren.

Außer dem Basisschutz gegen Tetanus, Diphtherie, Polio und Keuchhusten muss dabei auch an die Pneumokokken- (alle sechs Jahre), die Meningokokken- (alle drei Jahre) und die Influenza-Impfung (jährlich) gedacht werden.

Diese Prävention mit Totimpfstoffen ist generell bei allen Rheumapatienten sicher anzuwenden, so Görl. Er empfiehlt jedoch, Patienten möglichst bei stabilem Krankheitsverlauf zu impfen.

Wird eine Therapie mit Rituximab erwogen, sollten möglichst vier Wochen vor Therapiebeginn die Impfungen abgeschlossen werden, da wegen der damit verbundenen B-Zell-Depletion keine angemessene Schutzwirkung zu erwarten ist.

Lebendimpfungen wie etwa gegen Masern, Mumps, Röteln (MMR) sind bei immunsuppressiver Therapie in der Regel kontraindiziert. Dazu gehören Behandlungen mit Prednisolon (über 20 mg/Tag), Methotrexat, Leflunomid, Azathioprin, Ciclosporin A, Cyclophosphamid, Mycophenolatmofetil, TNF-alfa-Blocker, Abatacept und Anakinra.

http://dgrh.de, "Impfung" in Suchmaske

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Jeder dritte Brustkrebs im MRT übersehen

MRT-Bilder helfen, Brustkrebs früh aufzuspüren – doch in vielen Fällen gelingt das nicht. Eine niederländische Studie ergab: Jedes dritte Karzinom ist im MRT übersehen worden. mehr »

Neun Millionen Klinik-Infektionen jährlich

15:41Infektionen in Kliniken und Pflegeheimen sind in Europa ein großes Problem. Jährlich infizieren sich dort rund neun Millionen Bürger, berichtet die EU-Seuchenbehörde. Zwei Gründe sind dafür ausschlaggebend. mehr »

Bangen und Hoffen bei Auslands-Briten

Das Ringen um einen Brexit-Vertrag geht auf die Zielgerade. Doch für EU-Bürger auf der Insel und Auslands-Briten ist es eine Zeit des Wartens. Das macht Großbritannien für qualifizierte Fachkräfte nicht attraktiver, meine unser Blogger Arndt Striegler. mehr »