Rheuma

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Modul: Medikamentöse Therapie der rheumatoiden Arthritis und ihrer Komorbiditäten

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Ärzte Zeitung online, 06.09.2013

Thromboembolie

Rheuma-Kranke besonders gefährdet

Bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis ist das Risiko für eine venöse Thromboembolie besonders hoch: Sie tritt bei ihnen zwei bis dreifach häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung.

Von Thomas Müller

Thromboembolie-Risiko ist bei Rheuma erhöht

Befund bei idiopathischer Beinvenenthrombose.

© Arteria Photography

TAICHUNG. Mit venösen Thromboembolien (VTE) ist nicht zu spaßen: Etwa 10 Prozent der Patienten überleben nach einem solchen Ereignis den folgenden Monat nicht, hat soeben eine kanadische Studie ergeben (wir berichteten). Andere Studien gehen teilweise von noch höheren Sterberaten nach einer VTE aus.

Besonders Thromboembolie-gefährdet sind nach den Daten chinesischer Forscher auch Patienten mit RA. Das schließen Ärzte um Dr. Chia-Hung Kao von der Universität Taichung in Taiwan aus der Analyse eines großen nationalen Registers.

Für ihre Untersuchung haben die Forscher prospektiv Daten von knapp 30.000 RA-Patienten ausgewertet, die zunächst noch keine tiefe Venenthrombose (TVT) und auch noch keine Lungenembolie hatten (Ann Rheum Dis 2013;online 7. August).

Dabei handelte es sich um Patienten, die zwischen 1998 und 2008 in ein Register für chronisch Kranke aufgenommen worden waren. Dies hat für die Patienten den Vorteil, dass sie keine Zusatzbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung bezahlen müssen.

Das Schicksal der Patienten wurde nun bis Ende 2008 untersucht. Dabei kamen knapp 200.000 Personenjahre zusammen. Als Vergleichsgruppe dienten 117.000 Personen ohne RA mit ähnlicher Alters- und Geschlechterstruktur. Von diesen erfassten Kao und Mitarbeiter etwa 800.000 Personenjahre.

Rate dreifach erhöht

Die wichtigsten Ergebnisse: Pro 10.000 Personenjahre traten bei den RA-Patienten etwa 11 TVT auf, in der Kontrollgruppe dagegen nur 3,2. Die TVT-Rate war damit bei Patienten mit RA unter Berücksichtigung weiterer Risikofaktoren 3,3-fach erhöht.

Doppelt so häufig wie in der Kontrollgruppe kam es bei RA-Patienten zu Lungenembolien (3,6 versus 1,75 Ereignisse pro 10.000 Personenjahre). Insgesamt waren VTE bei RA-Patienten dreimal häufiger als bei gleich alten Personen ohne RA.

Relativ betrachtet scheint nach diesen Daten eine RA vor allem bei jüngeren Patienten (unter 50 Jahren) die VTE-Gefahr zu steigern: Hier ist von einem mehr als fünffach erhöhten Risiko auszugehen, das absolute Risiko steigt allerdings auch hier mit dem Alter, und zwar pro 10.000 Personenjahre von 4,6 Ereignissen bei Patienten unter 50 Jahren auf 25 Ereignisse bei Patienten über 65 Jahren.

Hohe Gefahr in den ersten Jahren

Auffällig war zudem, dass die TVT-Inzidenz in den ersten vier Jahren nach der RA-Diagnose im Vergleich zur Kontrollgruppe besonders hoch war (4,3-fach erhöht) und dann langsam zurückging. Dagegen stieg die Pneumoembolierate im Vergleich zur Kontrollgruppe mit der Zeit stetig an.

Die Resultate der Forscher aus Taiwan stehen im Einklang mit Ergebnissen anderer Studien, wonach bei RA-Patienten auch das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse um das Zwei- bis Dreifache erhöht ist. Vermutet wird, dass die chronischen Entzündungsreaktionen bei RA die Gefäße schädigen und prothrombotische Prozesse begünstigen.

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