Rheuma

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Modul: Medikamentöse Therapie der rheumatoiden Arthritis und ihrer Komorbiditäten

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Ärzte Zeitung, 16.09.2013

41. DGRh-Kongress

Rheumakranke brauchen Impfschutz

Die aktuell hohe Zahl der Masernerkrankungen hat es wieder gezeigt - viele Menschen sind nicht ausreichend geimpft. Das ist vor allem für Patienten mit entzündlichem Rheuma gefährlich, betonen Rheumatologen.

Rheumakranke brauchen Impfschutz

Lebendimpfstoffe wie MMR werden auch für Patienten mit niedrig-dosierter Steroidtherapie empfohlen.

© Mathias Ernert

MANNHEIM / HEIDELBERG. Rheumakranke sind häufig aufgrund eines geschwächten Abwehrsystems besonders anfällig für Infektionen. Lebendimpfstoffe, wie etwa der gegen Masern, sind für sie daher nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt.

Unsicherheiten in Bezug auf die Verträglichkeit von Impfungen sorgen jedoch insgesamt bei RheumaPatienten für schlechte Impfquoten. In welchen Fällen eine Impfung bei entzündlichem Rheuma sicher und effektiv ist, fassen jetzt neue Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) zusammen.

Diese wurden vorab publiziert (Z Rheumatol 2013; 72: 690-704) und sollen jetzt beim 41. DGRh-Kongress in Mannheim vorgestellt werden.

Rheumakranke Kinder oft ungeimpft

Jedes vierte rheumakranke Kind ist unzureichend geimpft, betont die DGRh in einer Mitteilung. Dies gilt sogar für Standardimpfungen wie Tetanus oder Keuchhusten. Bei diesen Totimpfstoffen sei das Risiko von Nebenwirkungen gering, betont Professor Michael Borte, Kinderrheumatologe am Klinikum St. Georg in Leipzig.

"Die meisten Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene mit Rheuma sind laut aktueller Studien sicher und wirksam", erklärt der Experte der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR).

Dazu gehört auch die Immunisierung gegen Pneumokokken, Meningokokken oder Influenzaviren. Andere Regeln gelten für Lebendimpfstoffe, wie etwa der Dreifachimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR).

Diese empfehlen DGRh-Experten für Patienten unter niedrig dosierter Steroidtherapie. Nehmen rheumakranke Menschen jedoch Medikamente, die die Immunabwehr deutlich unterdrücken, dürfen Ärzte Lebendimpfstoffe nicht anwenden.

Die DGRh empfiehlt, erst drei bis sechs Monate nach dem Absetzen der immunsuppressiven Therapie zu impfen.

Eine mögliche Änderung dieser Empfehlungen kündigt nun die GKJR für Kinder mit juveniler idiopathischer Arthritis (JIA) an.

"Erste Studien weisen darauf hin, dass die Masern-Mumps-Röteln-Impfung unter bestimmten Bedingungen trotz immunsuppressiver Therapie bei diesen Kindern effektiv sein kann", betont Borte. Sollten sich die Ergebnisse bestätigen, könnten zukünftig mehr Kinder mit JIA von Lebendimpfstoffen profitieren.

Patienten hilft Herdenimmunität

Nicht zuletzt aufgrund dieser Impfeinschränkungen für Menschen mit entzündlichem Rheuma spricht sich Borte im Angesicht der aktuellen Diskussion für eine Pflichtimpfung bei Masern aus und verweist auf die USA, wo nur geimpfte Kinder in Schulen zugelassen werden.

"Hohe Impfquoten gewährleisten eine Herdenimmunität", betont er. "So werden auch diejenigen geschützt, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, unter anderem Menschen mit Rheuma."

Generell sollten Impfungen bei Rheuma nicht während einer aktiven Krankheitsphase erfolgen. Zudem sollten Patienten mit unterdrücktem Immunsystem engen Kontakt mit Menschen meiden, die einen Lebendimpfstoff etwa gegen Typhus- oder Rotaviren bekommen haben. Die Ansteckungsgefahr sei zu groß.

"Mit den neuen Impfempfehlungen hoffen wir, Ärzten und Patienten mehr Sicherheit zu geben und die Impfquoten bei Menschen mit Rheuma zu verbessern", erklärt Professor Hanns-Martin Lorenz vom Universitätsklinikum Heidelberg und Tagungspräsident des DGRh-Kongresses. Welche Auswirkungen schlechte Impfquoten in der Bevölkerung für Menschen mit Rheuma haben und welche Impfstrategie Experten empfehlen, ist auch Thema des Kongresses in Mannheim. (eb)

Mehr Infos zum Kongress unter www.dgrh.de

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