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Instillation mit Strom bei Cystitis-Beschwerden

Bei der Elektromotiven Medikamentenapplikation werden Arzneien minimal-invasiv ins Blasengewebe geschleust.

Von Angela Speth Veröffentlicht:

METTERNICH. Bringt man Medikamente mit elektrischen Feldern in die Blasenwand, lassen sich Harndrang, Miktionsfrequenz und Schmerz bei interstitieller Cystitis stärker mindern als mit herkömmlicher Instillation.

Das Prinzip der Elektromotiven Medikamentenapplikation (EMDA) besteht darin, minimal-invasiv mit Ionto- und Elektrophorese Arzneien gegen Schmerz und Entzündung ins Blasengewebe zu schleusen. Zugleich wird die Blase gedehnt, um die Kapazität zu erhöhen.

Die Wirksamkeit dieser Methode habe Dr. Nicolette Münstermann vom Kreiskrankenhaus Metternich erstmals in einer randomisierten Doppelblindstudie nachgewiesen und beim DGU-Kongress in Dresden vorgestellt, teilt das Unternehmen Uromed mit. 24 Patienten bekamen zweimal im Abstand von vier Wochen 30 Minuten lang eine EMDA-Instillation mit 40 mg Dexamethason, 20 mg  Butylscopolaminiumbromid, 100 ml vierprozentigem Lidocain, 2 ml Adrenalin 1 : 1000 und 100 ml aqua ad inject. 15 weitere Patienten erhielten die Instillation ohne EMDA.

Sechs Wochen nach der zweiten Therapie ergab sich für Verum eine signifikante höhere Ansprechrate: Bei 10 der 24 Patienten hatten sich die Beschwerden deutlich gemindert, mit Placebo im Gegensatz dazu nur bei 2 von 15 Patienten. Für andere Parameter fielen die Ergebnisse tendenziell günstiger aus: Die Miktionsfrequenz war um 10,6 Prozent gesunken, in der Kontrollgruppe lediglich um 7,3 Prozent. Der Schmerz war nach visuellen Analogskalen mit EMDA um 24 Prozent gemildert, mit Placebo um 21 Prozent.

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