Ärzte Zeitung, 25.04.2005

Auf Potenzschwäche müssen Männer direkt angesprochen werden

Neue Initiative zu erektiler Dysfunktion / Arzt-Patient-Kommunikation wird gefördert

WIESBADEN (eb). 93 Prozent der Ärzte wären Umfragen zu Folge bereit, über Sexualität zu sprechen, wenn Patienten Probleme mit dem Liebesleben haben. Die meisten aber erwarten ein Signal, und das oft vergebens. Die neue Initiative "Ich bin. Mit Leib & Seele Mann" vom Unternehmen Pfizer soll die Kommunikation zwischen Ärzten und Männern mit Potenzschwäche erleichtern.

Mit einer positiven, offenen Ansprache lassen sich Fragen zur Sexualität in das Patientengespräch integrieren und Hemmschwellen abbauen. Foto: klaro

Denn Männer tun sich schwer mit der Kommunikation über Beziehungsstörungen: Nur jeder Vierte, der Erektionsprobleme hat, spricht das Thema beim Arzt an. Entsprechend wird eine Potenzschwäche zu selten diagnostiziert. Mit der neuen Initiative stellt das Unternehmen Informationsmaterial für Ärzte, aber auch für Patienten und deren Partnerinnen zur Verfügung.

"Eine positive, offene Ansprache soll es dem Arzt erleichtern, Fragen zur Sexualität in das Patientengespräch zu integrieren und Hemmschwellen abzubauen", sagte Dr. Stefan Albrecht vom Unternehmen in Wiesbaden.

Nach Telefon-Beratung gingen die meisten Männer zum Arzt

Daß ein Anstoß für ein Gespräch über die individuelle Problematik tatsächlich hilft, ist eine Erfahrung, die Experten in anonymen und vertraulichen Gesprächen beim Informationszentrum für Sexualität und Gesundheit (ISG) in Freiburg gemacht haben: Mehr als 50 000 Beratungsgespräche wurden beim ISG seit 1998 geführt, so Dr. Michael Berner von der Uniklinik Freiburg bei einer Veranstaltung des Unternehmens.

Dabei haben 60 Prozent der männlichen Anrufer nach der Beratung mit ihrem Arzt über das Problem geredet und ebenso viele mit ihren Partnerinnen. Davon gaben 60 Prozent an, die Konsultation des Arztes habe sich gelohnt und drei von vier sagten, das Gespräch mit der Frau habe sich gelohnt.

Selbst leichte oder gelegentliche Erektionsstörungen könnten einen hohen Leidensdruck erzeugen, berichtete Berner. Frauen bekämen das Gefühl, nicht mehr attraktiv für den Mann zu sein, reagierten frustriert und würden oft auch mißtrauisch, so Berner.

Bei Männern könnten sich rasch Versagensängste entwickeln, als Folge würden sie körperliche Nähe und Berührung meiden und sich so zunehmend isolieren. "Eine Verbesserung der Erektionsfähigkeit, etwa durch Sildenafil (Viagra®), kann die Voraussetzung für ein besseres Selbstwertgefühl und ein unbeschwertes Sexualleben sein", sagte Berner.

Allerdings müßten Männer, bei denen der Koitus seit längerer Zeit nicht mehr gut geklappt hat und die jetzt Potenzmittel einnehmen, erst wieder Erfahrung mit der neuen Situation sammeln. "Mindestens acht Mal sollten die Medikamente angewendet worden sein, bevor sich das Ergebnis der Behandlung beurteilen läßt", sagt Berner. Erst dann seien die Männer bei der Einnahme auch einigermaßen entspannt.

Und Berner rät Paaren mit gestörtem Liebesleben, nicht gleich zuviel Spontanität von sich zu verlangen. "Das erhöht den Erfolgsdruck. In dieser Situation braucht Sexualität erst einmal Raum, Planung und Entspannung."

Weitere Informationen zu der Initiative "Ich bin. Mit Leib & Seele Mann" gibt es unter www.mann-info.de

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