Ärzte Zeitung, 09.12.2010

Kommentar

Verderbt nicht die gute Stimmung!

Von Peter Leiner

Seit Jahren besteht in Deutschland Organmangel, mehr als 8000 Menschen warten derzeit auf eine Niere. Sehr viele Menschen haben zwar gegenüber der Organspende eine positive Haltung, das spiegelt sich aber nicht in der Zahl der Organspendeausweise wider.

So schätzt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), dass nur etwa 25 Prozent der Deutschen den Ausweis bei sich tragen. Mit der Spende einer Niere für seine erkrankte Frau hatte Frank-Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, glücklicherweise das Interesse an Organspenden jüngst weiter verstärkt.

Einer BZgA-Umfrage zufolge stimmten 2008 noch 67 Prozent der Befragten zwischen 14 und 75 Jahren einer Organspende nach ihrem Tod zu, im Jahr 2010 stieg der Anteil erfreulicherweise auf 74 Prozent.

In einer solchen Situation sollte die positive Haltung gegenüber der Transplantationsmedizin nicht durch Diskussionen über die - in Deutschland verbotene - Entnahme von Organen bereits bei Feststellen des Herztodes statt erst beim Eintreten des Hirntodes aufs Spiel gesetzt werden. Sonst bleibt Deutschland auf der Warteliste mit 12 000 Anwärtern auf lange Zeit sitzen.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Neue Wege aus dem Organmangel - in der BRD nur nach Gesetzesänderung

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

„Mütter sind die zentralen Ansprechpartner“

In dieser Woche werben Urologen für die HPV-Impfung. Vor allem bei Jungen besteht Nachholbedarf. Wie können sie für eine Impfung gewonnen werden? mehr »

Mama leckt den Schnuller ab – kein Tabu

Botschaft einer neuen US-Studie: Das Ablutschen kann Vorteile fürs Immunsystem der Kinder haben. mehr »

Cannabis-Prohibition kostet Staat Milliarden

Über Pro und Contra der Cannabisfreigabe lässt sich lange streiten. Bei ökonomisch nüchternem Kalkül wäre die Sache jedenfalls von Vorteil. mehr »