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Modul: Moderne Therapieoption bei ED und IPP – Zukunftsperspektiven der extrakorporalen Stoßwellentherapie

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Ärzte Zeitung, 23.01.2007

KOMMENTAR

Toxin-Injektion statt Operation

Von Thomas Müller

Manchmal hat man den Eindruck, es gibt kaum eine Indikation, bei der Ärzte nicht auch eine Therapie mit Botulinumtoxin versuchen: Das Bakteriengift lindert nicht nur Dystonien und Spasmen, sondern auch übermäßige Schweißproduktion, Lid- und Muskelkrämpfe sowie Rückenschmerzen und Migräne. Es glättet Falten, hilft gegen Schielen und schützt offenbar auch Pianisten und Karikaturisten vor Krämpfen in den Fingern. Und jetzt wird berichtet, dass das Toxin auch eine viel zu große Prostata schrumpfen lässt.

Sollte sich dieser Effekt bei BPH in weiteren Studien bestätigen, wäre dies in vielerlei Hinsicht interessant. Zum einen ist die BPH im Gegensatz zu Krämpfen in Pianistenfingern ein Massenphänomen, zum anderen sind die Therapie-Optionen bei stark vergrößerter Prostata begrenzt: Eine deutliche Reduktion des Volumens lässt sich pharmakologisch bisher nur mit 5-Alpha-Reduktase-Hemmern erzielen, und zwar um etwa ein Viertel. Genügt das nicht, muss häufig operiert werden. Mit Botulinumtoxin konnten Ärzte in ersten kleinen Studien das Prostatavolumen um zwei Drittel reduzieren. Möglicherweise lassen sich mit dem Toxin Operationen vermeiden.

Dies müssen Ärzte jetzt jedoch erst in größeren Studien belegen. Doch selbst wenn dies gelingt, bleibt ein Nachteil: Für den Umgang mit Botulinumtoxin ist viel Erfahrung nötig. Schließlich handelt es sich dabei um eines der stärksten bekannten Gifte.

Lesen Sie dazu auch:
Botulinumtoxin lässt Prostata schrumpfen

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