Ärzte Zeitung, 13.02.2012

Gesünder essen durch Anreize

MINNEAPOLIS (ob). Mit visuellen Anreizen lassen sich Schüler offenbar dazu bewegen, mehr gesundes Gemüse auf ihren täglichen Speiseplan zu setzen.

Den hochrangig im "Journal of the American Medical Association" publizierten Test hat eine US-Forschergruppe um Dr. Maria Reicks aus Minneapolis in der Kantine einer Grundschule gemacht. (JAMA 2012; online 1. Februar).

An zwei Tagen wurde dabei das Essverhalten von Schülern verglichen, die sich dort mittags verpflegten: An einem Tag platzierten die Untersucher in zwei Fächer der Kantinentabletts Bilder von grünen Bohnen und Karotten, am zweiten Tag sahen die Tabletts dann so aus wie immer.

Aufgeklebte Fotos wirken

Die visuellen Stimuli zeigten Wirkung. Am Tag mit aufgeklebten Fotos verdoppelte sich im Vergleich zum Kontrolltag der Anteil der Schüler, die nach grünen Bohnen verlangten (14,8 versus 6,3 Prozent). Bei den Karotten-Wählern war sogar eine Verdreifachung zu verzeichnen (36,8 versus 11,6 Prozent).

Wurde das gewählte Gemüse aber dann auch tatsächlich gegessen? Bei den Bohnen entsprach die am "Interventionstag" verzehrte Menge weitgehend der Menge am Kontrolltag, bei den Karotten war es etwas weniger.

Die Autoren werten ihren Test jedenfalls als Erfolg - auch wenn sie konzedieren, dass bei der Zahl der Gemüse-Esser und bei der verzehrten Menge noch erheblicher Spielraum nach oben vorhanden ist.

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