Ärzte Zeitung, 15.06.2011

Infektionsausbrüche mit Gemüsesprossen gab es schon öfter

NEU-ISENBURG (eis). Rohe Gemüsesprossen sind nicht erst seit dem aktuellen EHEC-Ausbruch in Deutschland als potenzielle Überträger von Krankheitserregern bekannt.

Zur Zeit sollen sie in Deutschland deshalb nicht gegessen werden. Größere Infektionsausbrüche durch Gemüsesprossen in der Vergangenheit hat jetzt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) zusammengestellt.

Danach infizierten sich 1996 in Japan etwa 6000 Kinder durch Rettichsprossen mit EHEC. Ein Jahr später kam es in den USA zu einem Ausbruch in den Staaten Virginia und Michigan, wo sich etwa 100 Kinder durch den Verzehr von Alfalfa-Sprossen mit EHEC infizierten.

Salmonellen-Infektionen durch Bohnensprossen

In Spanien wurden 2008 nach Angaben der FAZ Salmonellen und Listerien von Gemüsesprossen isoliert. 2009 war zudem ein seltener Salmonellentyp in 13 US-Staaten durch Alfalfa-Sprossen verbreitet worden.

Im vergangenen Herbst hatten sich in Großbritannien über 200 Menschen mit Salmonellen infiziert. Ursprung des Ausbruchs waren wahrscheinlich Bohnensprossen, die damals alle Betroffenen verzehrt hatten.

Häufig ist dabei bereits das Saatgut der Sprossen mit Bakterien belastet. Die Keime können sich dann im warmen Milieu während der Sprossen-Keimung gut vermehren.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[16.06.2011, 06:08:27]
Wilfried Soddemann 
EHEC-Sprossen auf Unterlage mit viel Trinkwasser gekeimt!
Wärme und Wasser lassen die Sprossen aus dem Saatgut keimen. Saatgut enthält kein EHEC, Wasser durchaus.
EHEC und Sprossen: Trinkwasser in den nassen Keimlingen ist schuld!
EHEC durch Fäkalien im Trinkwasser zum Keimen der Sprossen übertragbar!
Oft Fäkalien im Trinkwasser:
Das Bayer. Landesamt warnt: Legionellen immer im Trinkwasser, Fäkalkeime in bis zu 33% der Proben. Anderswo in Deutschland wird das nicht anders sein. Das UBA berichtet über viele Nachweise von coliformen Bakterien. Prof. Exner, Chef der Trinkwasserkommission vom Bundesgesundheitsministerium, hat oft Enterobacter cloacae im Trinkwasser aus Talsperren nachgewiesen. Das Veterinäruntersuchungsamt Krefeld hat in Trinkwasser in 20% der Proben Rotaviren gefunden. Der 1. Zwischenbericht Reine Ruhr in NRW betont wie auch der neue Statusbericht die Belastung des Trinkwassers durch Viren. Trinkwasser enthält oft Bakterien, Parasiten und Viren. Liefern von Trinkwasser mit Krankheitserregern steht unter Strafe! Wasserwerke mit der üblichen Technik können Krankheitserreger nicht filtern oder abtöten. Trinkwasser muss mit der Ultrafiltration für 50 Cent je Person und Monat gefiltert werden.
http://sites.google.com/site/trinkwasservirenalarm/Trinkwasser-Viren
soddemann-aachen@t-online.de  zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wo Ärzte für die Telematikinfrastruktur gut gerüstet sind

Bis 31. März sollten Vertragsärzte den Anschluss an die Telematikinfrastruktur bestellt haben – sonst drohen Honorarkürzungen. Ein Blick in die KVen zeigt, wie der Stand ist. mehr »

Düsteres Bild der Weiterbildung

Fehlende Strukturen und Verstöße gegen Arbeitszeitgesetze: Eine Umfrage des Hartmannbundes unter knapp 1500 Assistenzärzten deckt gravierende Mängel in der Weiterbildung auf. mehr »

Doppelt so viele Fehltage wegen psychischer Störungen

Psychische Probleme sorgen für immer mehr Fehltage in Deutschland. Die Zahl der Krankentage wegen seelischer Leiden hat sich binnen zehn Jahren verdoppelt, so das Bundesarbeitsministerium. mehr »