Ärzte Zeitung, 29.11.2011

BfR rät zu Vorsicht bei alten Sprossensamen

BERLIN (dpa). Vier Monate nach Ende der EHEC-Epidemie raten deutsche Behörden weiterhin zur Vorsicht bei Sprossen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, keine Bockshornkleesamen zu Keimlingen anzuzüchten, die vor Oktober 2011 gekauft wurden.

In seiner abschließenden Untersuchung der EHEC-Fälle forderte das Institut am Dienstag, Sprossensamen nach Möglichkeit gegen Bakterien zu behandeln. Die Herstellung und die Keimlinge selbst müssten regelmäßig mikrobiologisch kontrolliert werden.

Verbrauchern raten die Experten, Sprossen unbedingt gründlich zu waschen. Immungeschwächte Personen sollten sie vorsichtshalber nur gekocht oder gebraten verzehren, um eventuell noch vorhandene Krankheitserreger vorher abzutöten.

"Einer der schwersten Ausbrüche"

Als Ursache des EHEC-Ausbruchs im Sommer sehen die Behörden, die europaweit an der Aufklärung beteiligt waren, laut Abschlussbericht importierte Bockshornkleesamen aus Ägypten an.

Wo und wie die Samen mit der gefährlichen Variante des Erregers Escherichia coli in Kontakt kamen, ließ sich demnach nicht ermitteln.

"Dieser Ausbruch war einer der folgenschwersten lebensmittelbedingten Ausbrüche der Nachkriegszeit in Europa", sagte BfR-Präsident Professor Andreas Hensel.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[25.12.2011, 14:37:15]
Dr. Horst Grünwoldt 
Sprossen-Seuche
Was kann eine solche "Risiko"-Warnung durch das BfR bewirken?
Etwa einen gesteigerten "Verbraucher"-Schutz? ... Nein, gewiß nicht, sondern nur eine neuerliche Verunsicherung von Amtsgläubigen!

Weil die möglicherweise mit ein paar Coli-Keimen kontaminierten Sprossensamen ja selbst nicht gegessen werden, dürften die angezüchteten vegetativen Keimlinge nach der üblichen Waschung überhaupt kein Infektionsrisiko darstellen.
Auch müssen sie nicht (durch-)gekocht oder gebraten werden, sondern sollten bestenfalls im Wok der schonenden asiatischen Behandlung unterzogen werden, um ihren ganzen Genuß- und Nährwert zu erhalten.

Im übrigen gab es im Sommer 2011 keinen EHEC-Bakterien- "Ausbruch", sondern lediglich einzelne, traurige Krankheitsfälle von verschmierten Infektionen durch einen pathogenen Darmkeim.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt aus Rostock zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Freizeitsportler gefährden ihre Herzgesundheit mit Doping

Fast jeder sechste Freizeitsportler nimmt inzwischen herzschädigende Arzneimittel zur Verbesserung von Fitness und Körperoptik. Vor allem der Anteil weiblicher User steigt. mehr »

Welche Bakterien mit uns U-Bahn fahren

In der Hongkonger U-Bahn sind morgens andere Keime zu finden als im abendlichen Berufsverkehr. Gefährlicher sind Metro-Linien mit höherem Verkehrsaufkommen aber wohl nicht, wie eine Studie ergeben hat. mehr »

Umsatzchancen von Hausärzten hängen stark von KV-Region ab

Niedrige Fallzahlen, aber teilweise auch niedrige Fallwerte: Hausärzte in Hamburg und Berlin haben es als Vertragsärzte nicht leicht. Ihre Kollegen in Thüringen und Sachsen-Anhalt erwirtschaften deutlich mehr. mehr »