Ärzte Zeitung, 12.12.2016
 

US-Bevölkerung

Das Lipidprofil wird immer besser

In den letzten anderthalb Jahrzehnten haben sich die Lipidwerte in der US-Bevölkerung anscheinend immer weiter verbessert.

In den USA zeichnet sich bei den Lipidwerten der US-Bürger schon seit geraumer Zeit ein günstiger Trend ab. Gesamt- und LDL-Cholesterinwerte sind ebenso wie die Triglyzeridwerte seit mehr als einem Jahrzehnt rückläufig. Das geht aus einer Analyse von Lipiddaten aus der NHANES (National Health and Nutrition Examination Survey)-Erhebung hervor (JAMA Cardiol. 2016; online 30. November).

Ziel dieses Surveys ist, den Gesundheits- und Ernährungszustand der Bevölkerung in den USA fortlaufend zu dokumentieren. Seit 1999 sind in insgesamt acht jeweils zweijährigen Erhebungszyklen unter anderem auch Lipiddaten von fast 40.000 erwachsenen US-Bürgern erfasst worden. Auf Basis dieser Daten hat eine Forschergruppe um Dr. Asher Rosinger aus Hyattsville nun die zeitlichen Trends für Gesamt- und LDL-Cholesterin- sowie Triglyzeridspiegel zwischen 1999 und 2014 ermittelt.

Diese Trends sind erfreulich. Lag etwa der mittlere Gesamtcholesterinwert im Zeitraum 1999/2000 noch bei 204 mg/dl, betrug er 2013/2014 nur noch 189 mg/dl – ein signifikanter Unterschied. Mit Blick auf das LDL-Cholesterin war in der selben Zeit ein ebenfalls signifikanter Abfall von 126 mg/dl auf nur noch 111 mg/dl zu verzeichnen. Und auch der mittlere Triglyzeridspiegel war mit 123 mg/dl vs. 97 mg/dl am Ende signifikant niedriger als zu Beginn der Erhebungen.

In den letzten vier Jahren des Beobachtungszeitraums hat sich der Trend in Richtung günstigere Lipidwerte sogar noch beschleunigt. Allein in der Zeit zwischen 2011/2012 und 2013/2014 sanken der mittlere Gesamtcholesterinspiegel um 6 mg/dl, der LDL-Spiegel um 4 mg/dl und der Triglyzeridspiegel um 13 mg/dl.

Wer glaubt, dass sich in diesen Trends vor allem die zunehmende Verordnung von Lipidsenkern wie Statine widerspiegelt, liegt falsch. Denn eine für entsprechende Medikamenteneinnahme adjustierte Analyse ergab keine Unterschiede in den linearen Trends. In der Gruppe ohne Lipidsenker-Verordnung war die in den letzten vier Jahren festgestellte Verbesserung des Lipidprofils sogar ausgeprägter als bei cholesterinsenkend behandelten Personen. Die Gründe hinter den Trends lassen sich aus der Studie selbst nicht erschließen. Die Autoren spekulieren, dass etwa die Eliminierung von Trans-Fettsäuren aus Lebensmitteln eine mögliche Erklärung sein könnte. (ob)

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