Ärzte Zeitung, 03.11.2004

1,8 Millionen Sudan-Flüchtlinge

"Ärzte ohne Grenzen" kritisieren mangelnde Hilfe

Die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" hat die mangelnde Hilfe in der sudanesischen Krisenregion Darfur kritisiert. Trotz vieler Versprechen sei es der sudanesischen Regierung und der internationalen Gemeinschaft nicht gelungen, in Darfur für genügend Sicherheit und Hilfe zu sorgen, teilte die Organisation in Berlin mit.

Seit mehr als einem Jahr sei die Bevölkerung Darfurs Gewalt und Terror ausgesetzt. Mehr als 1,8 Millionen Menschen sind seither, von arabischen Milizen drangsaliert, aus ihren zerstörten Dörfern geflohen. "So viele Worte und Versprechen hochrangiger Politiker, doch vor Ort hat sich die Sicherheitslage für die Menschen kaum verbessert", sagte Tom Koene, Programmleiter für Darfur.

Die Vertriebenen fühlten sich auch in den Flüchtlingslagern nicht sicher, heißt es in einem Bericht der Hilfsorganisation. Flüchtlinge berichteten, daß die Lager teilweise von den Männern bewacht würden, die zuvor ihre Dörfer verbrannt und ihre Familienmitglieder getötet hätten.

Nach Ansicht von Ärzte ohne Grenzen muß die Hilfe für Darfur dringend aufgestockt und verbessert werden. Zudem müsse die Gewalt gestoppt werden, die an vielen Orten noch immer alltäglich sei. (dpa/ag)

Weitere Informationen im Internet unter www.aerzte-ohne-grenzen.de

Topics
Schlagworte
Panorama (30881)
Organisationen
Ärzte ohne Grenzen (433)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »