Ärzte Zeitung, 13.12.2004

"Aus solchen Bildern können Patienten Hoffnung schöpfen"

"Überlebenschancen im Bild" - der Arzneimittel-Hersteller Pfizer initiiert Kunstwettbewerb zugunsten der Charité

Stellten in Düsseldorf die Siegerbilder des Wettbewerbs vor: Dr. Jürgen Bufler (l.), Karin Wrona (beide Pfizer) und Professor Kurt Werner Possinger (Charité). Foto: kab

Von Katrin Berkenkopf

Eine grüne Wiese am Steilhang mit Blick auf das Meer und den Horizont - das Bild mit dem Titel "Küsste" (dessen Schreibweise doppeldeutig ist) symbolisiert für Professor Kurt Werner Possinger vom Berliner Krankenhaus Charité besonders gut die Hoffnungen kranker Menschen auf ein Überleben. Der Maler Benjamin Bohnsack gehört zu den sechs Künstlern, deren Bilder für eine Benefiz-auktion zugunsten der Charité ausgewählt wurden. Er hatte sich an einem Künstlerwettbewerb des Karlsruher Arzneimittel-Herstellers Pfizer beteiligt.

Pharmaunternehmen betritt "künstlerisches Neuland"

Mit der Idee, die mit der Frage des physischen Überlebens verbundenen Hoffnungen und Ängste auf kreative Weise darstellen zu lassen, hat das Unternehmen "künstlerisches Neuland" betreten, so Dr. Jürgen Bufler von Pfizer. Gemeinsam mit dem Kulturamt der Stadt Düsseldorf stellte er die Ergebnisse des Wettbewerbs "Überlebenschancen im Bild" vor.

"Das Thema ist bislang nicht kunstphilosophisch reflektiert worden," sagte Bufler. 27 Künstler folgten dem Aufruf. Am Ende wurden in Düsseldorf sechs Bilder prämiiert. Neben Benjamin Bohnsack, der Meisterschüler an der Düsseldorfer Kunstakademie ist, wurden Werke von Birgit Jensen, Anke Berßelis, Silke Leverkühne, Benjamin Nachtwey und Etsuko Watanabe ausgewählt.

Ihre Werke werden ab Mitte Dezember in der Charité ausgestellt und anschließend dort bei einer Benefiz-Auktion versteigert.

Auktionserlös legt Grundstein für Schaffung neuer Stelle

Der Erlös soll an seiner Klinik den Grundstein für die Schaffung einer neuen Stelle im Bereich Psycho-Onkologie legen, sagte Possinger, der Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II der Charité ist. "Aus solchen Bildern können Patienten Hoffnung schöpfen", so Possinger. "Kunst gehört in die Krankenhäuser, weil die Menschen hier reflektieren wollen."

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