Ärzte Zeitung, 21.01.2005
 

Dichtes Behandlungsnetz in Bayern für Flut-Opfer

Posttraumatische Belastungsstörung / KV Bayerns

MÜNCHEN (sto). Für die Menschen, die Opfer der Flutkatastrophe in Asien geworden sind, sowie deren Angehörige, steht in Bayern ein dichtes Behandlungsnetz zur Verfügung. Darauf haben die Psychotherapeutenkammer Bayern und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) in einer gemeinsamen Erklärung hingewiesen.

Nach Angaben der beiden Organisationen sind allein in Bayern schätzungsweise etwa 1000 Menschen direkt oder indirekt von außerordentlich großen seelischen Belastungen durch die Flutkatastrophe betroffen. "Die seelische Belastung derjenigen, die Opfer der Flutkatastrophe in Asien geworden sind, ist extrem hoch. Aber auch die Angehörigen, die immer noch auf die Rückkehr nahe stehender Menschen warten, leiden sehr stark", sagte der Präsident der Psychotherapeutenkammer, Dr. Nikolaus Melcop.

Die Kammer habe Anfang Januar eine E-Mail-Befragung unter etwa 1800 von ihren insgesamt 4600 Mitgliedern gemacht. Ziel war es, auf unbürokratischem Weg zusätzliche freie Therapieplätze zur psychotherapeutischen Betreuung von Betroffenen abzufragen. "Die eingegangenen Rückmeldungen stimmen mich optimistisch, daß wir jedem Hilfsbedürftigen auch wirklich qualifizierte Unterstützung zukommen lassen können", sagte Melcop.

"Die enge Abstimmung der Behandlung durch Ärzte und Psychotherapeuten ist bei der posttraumatischen Belastungsstörung von großer Bedeutung", betont Rudi Bittner, Diplom-Psychologe und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVB.

Für gesetzlich krankenversicherte Betroffene sind die Vermittlungs- und Beratungszentralen der KVB, die unter 018 05 / 19 12 12 erreichbar sind, eine mögliche Anlaufstelle.

Diese sind in der Lage, rasch den Kontakt zu einem ärztlichen Psychotherapeuten, einem psychologischen Psychotherapeuten oder einem Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten in Bayern zu vermitteln. Für alle anderen Rat- und Hilfesuchenden gibt es bundesweit zum Beispiel den Informationsdienst der Nachsorge-, Opfer- und Angehörigenhilfe (NOAH): Hotline 018 88 / 55 04 33.

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