Ärzte Zeitung, 02.02.2005

Wer will Doktor Eisenbart spielen?

Verein sucht Nachfolger des Darstellers, der den legendären Wanderchirurgen gibt

HANN.MÜNDEN (pid). Über 40 Jahre lang hat Egon Hartmann in Hannoversch Münden (Kreis Göttingen) die Rolle des legendären Doktor Johann Andreas Eisenbart (1663 bis 1727) gespielt und sich dem Publikum mit dem berühmten Vers vorgestellt: "Ich bin der Doktor Eisenbart, kurier die Leut’ auf meine Art". Jetzt will der 74jährige kürzer treten.

    Bis zu zehn Auftritte pro Saison und etliche Touristen-Visiten.
   

Deshalb sucht der Verein Touristik Naturpark Münden einen Nachfolger für die Rolle des barocken Wanderchirurgen. Etwa 100 Einsätze habe der Eisenbart-Darsteller zu absolvieren, sagt die Geschäftsführerin des Naturparks, Anke Jahns.

Zum einen müsse er die Hauptrolle in dem Theaterspiel vom Doktor Eisenbart übernehmen, das während der Sommermonate von einer Laienspielgruppe vor dem Mündener Rathaus aufgeführt wird. Pro Saison sind es acht bis zehn Auftritte, zu denen durchschnittlich 250 Besucher kommen.

Außerdem wollen viele Reisegruppen den berühmten Mediziner sehen. Im barocken Kostüm und mit Perücke zieht der Eisenbart-Darsteller den Touristen dann mit viel Klamauk und ohne Praxisgebühr einen Zahn oder entfernt ihre Nierensteine.

Hinzu kommen Auftritte bei Messen und Präsentationen oder auch im Fernsehen, wo Doktor Eisenbart dann kräftig die Werbetrommel für die Region Hann.Münden rührt. "Ideal wären Fremdsprachenkenntnisse, vor allem Englisch" sagt Anke Jahns. Dann könnte Doktor Eisenbart künftig auch in China und Japan um Touristen werben.

Für die Laienspielgruppe sucht der Touristikverein noch weitere Darsteller. Die Eisenbart-Spiele feiern in diesem Jahr ihr 50jähriges Bestehen. Die diesjährige Saison beginnt am 15. Mai.

Daß Hann.Münden so kräftig mit dem berühmten Arzt und barocken Selbstvermarktungsgenie Doktor Eisenbart werben kann, ist eigentlich ein Zufall: Eisenbart, der jahrzehntelang quer durch die Lande tingelte, starb 1727 bei einem Aufenthalt in Hann.Münden. Er wurde in einer Gruft im Chorraum in der St. Ägidienkirche beigesetzt. Sein Grabstein und das Eisenbart-Glockenspiel am Rathausgiebel sind beliebte Anlaufpunkte für Touristen.

Interessenten für die Eisenbart-Rolle und die Eisenbart-Spiele können sich an den Verein Touristik Naturpark Münden, Telefon 0 55 41 / 7 53 14, wenden.

Topics
Schlagworte
Panorama (30933)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

"Mehr Geld für Kranke, weniger für Gesunde"

15:47Die Verteilungsregeln für den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen sollen deutlich verändert werden. Das hat ein Expertenkreis beim Bundesversicherungsamt jetzt vorgeschlagen. Die Meinung der Kassen ist geteilt. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »