Ärzte Zeitung, 29.04.2005

"Die ganze Komödie ist mir langweilig geworden"

Vor 50 Jahren beendete Albert Einstein die Doktorarbeit

HAMBURG (dpa), Den Gedanken an eine Doktorarbeit hatte Albert Einstein bereits aufgegeben: "Den Doktor werde ich hingegen nicht machen, da mir das doch wenig hilft und die ganze Komödie mir langweilig geworden ist", schreibt er 1903 an seinen Freund Michele Besso.

Eine erste Promotionsschrift hatte Einstein im Jahr zuvor sogar zurückgezogen. Die genauen Gründe für diese Entscheidung sind ebenso wenig überliefert wie der Inhalt der ersten Arbeit. In seinem "annus mirabilis" (Wunderjahr) 1905 legt Einstein dann doch noch eine Dissertation vor, als eine von fünf maßgeblichen Veröffentlichungen.

Als der damals 26jährige Berner Patentbeamte am 30. April 1905 seine Promotionsschrift über die Bestimmung der Molekülgrößen abschließt, hat er seine Nobelpreisarbeit bereits geschrieben. Einsteins Dissertation ist zwar weder so revolutionär wie seine Idee der Lichtquanten, die ihm Jahre später den Nobelpreis einbringt, noch wie die ebenfalls aus dem Wunderjahr stammende Spezielle Relativitätstheorie. Sie entwickelt sich jedoch zum meistzitierten Werk des Jahrhundertgenies.

Die Universität Zürich lehnt die Doktorarbeit allerdings zunächst ab mit der Bemerkung, sie sei zu kurz. Einstein ergänzt die 21seitige Schrift um einen einzigen Satz, woraufhin sie stillschweigend angenommen wird. So erzählt er es jedenfalls später. Die Arbeit bringt Einstein nicht nur den Doktortitel, sondern auch den ersten großen Erfolg bei seinem Bemühen um weitere Belege für die Atomhypothese.

Topics
Schlagworte
Panorama (32921)
Personen
Albert Einstein (58)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alzheimer-Anzeichen schon 25 Jahre vor Ausbruch

Die Alzheimer-Demenz kündigt sich in einigen Formen offenbar lange vor Krankheitsbeginn an. Das bringt Zeit, um die Erkrankung zu verhindern - womöglich sogar zwei Jahrzehnte. mehr »

Konzept der E-Patientenakte steht

Die elektronische Patientenakte nimmt konkrete Formen an. Ärzte, Zahnärzte, Krankenkassen und gematik haben sich auf ein Vorgehen zur Gestaltung der ePA geeinigt. Die Industrie bleibt vorerst außen vor. mehr »

Placebo ist nicht gleich Placebo

Ein Scheinmedikament zu verordnen, gilt manchen Ärzten als anrüchig - andere halten es für legitim. Bei vielen hängt es davon ab, woraus das spezielle Placebo besteht. mehr »