Ärzte Zeitung, 27.07.2005

"Vergiß deine Zunge nicht" - Aktion zur besseren Mundhygiene gestartet

Kampagne klärt etwa auf, daß die Zunge die Hälfte aller Mundkeime beherbergt

NEU-ISENBURG (Smi). Die Zunge führt ein wahres Schattendasein. Nur Ärzte bekommen sie ab und an zu sehen, und Kinder von anderen Kindern, die damit gern ihrer Mißbilligung Ausdruck verleihen. Jetzt sollen alle Bundesbürger ihre Zungen herzeigen - in der bundesweiten Aufklärungskampagne "Vergiß deine Zunge nicht".

Empfehlen regelmäßige Zungenpflege: Professor Christoph Benz, Professor Wolfgang Meyerhof und Professor Ulrich Schlagenhauf (von links). Foto: GlaxoSmithKline

"Aufgrund ihrer großen, nicht selten zerklüfteten Oberfläche beherbergt die Zunge etwa die Hälfte aller im Mund vorhandenen Keime", sagte Professor Ulrich Schlagenhauf von der Abteilung für Parodontologie der Universität Würzburg aus Anlaß der Eröffnung der Kampagne in Dresden. Hierauf den Fokus zu legen ist Ziel der Aktion.

"Wir möchten darin auf die allgemeine Bedeutung der Zunge und im Besonderen auf die Wichtigkeit einer guten Zungenhygiene aufmerksam machen", sagte Christiane Schicker vom Arzneimittel-Hersteller GlaxoSmithKline, dem Initiator der Informationstage, die bis November noch in Frankfurt/Main, München und Essen Station machen sollen.

Die Zunge gilt als Hauptverursacher für Mundgeruch, der Halitosis. "Etwa 35 Prozent der Deutschen leiden unter schlechtem Atem und wissen es oft nicht", sagte Professor Christoph Benz von der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie der Universität München.

"Halitosis behindert die Kommunikation, die sozialen Kontakte und ist für beide Seiten peinlich." Aktuelle Studien zeigten, daß zwar in der Partnerschaft und im engen Freundeskreis ein eher offener Umgang mit dem Thema gepflegt werde, dagegen bei frisch Verliebten, entfernten Freunden und Kollegen peinliches Schweigen herrscht. An der Uni München sei nachgewiesen worden, daß täglich angewandte Mundspüllösungen gegen Halitosis wirken können.

Auch das Geschmackserleben wird wesentlich durch die Zunge mitbestimmt. "Die im Speichel gelösten Geschmacksstoffe erregen spezialisierte Sinneszellen auf der Zunge und an anderen Stellen des Mund-Rachenraums", erläuterte Professor Wolfgang Meyerhof von der Abteilung Molekulare Genetik des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke.

Topics
Schlagworte
Panorama (32613)
Organisationen
GlaxoSmithKline (1145)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Wenn Frauen beim Sex Urin verlieren

Unwillkürlicher Urinabgang beim Geschlechtsverkehr tritt bei Frauen öfter auf, als viele glauben. Gesprochen wird darüber nur selten. Dabei könnte den Betroffenen geholfen werden. mehr »

Aufgeschlossen, aber schlecht informiert

Jugendliche und junge Erwachsene halten sich beim Thema Organspende für eher schlecht informiert. Trotzdem sind sie dafür wesentlich aufgeschlossener als Ältere. mehr »

Hirnschaden durch zu viel Selen

Fast blind und dement kommt eine Frau zum Arzt. Dieser findet das Problem: Sie hat lange viele Selenpillen geschluckt. Die Nahrungsergänzung schädigte ihr Hirn dauerhaft. mehr »