Ärzte Zeitung, 21.12.2005

Zehnjährige Leonie sammelt Spenden für Tsunami-Opfer

Vom Leid in Sri Lanka bewegt

Gewöhnlich tanzen zehnjährige Mädchen gern, schwärmen für Robbie Williams und lieben es, mit der besten Freundin stundenlang Soaps im Fernsehen anzuschauen. All das mag auch Leonie aus Trier. Aber das Mädchen denkt auch an andere.

Die zehnjährige Leonie Moske aus Trier besucht die Holzbretterschule in Peralya in Sri Lanka. Foto: dpa

Seit knapp einem Jahr hat Leonie ein eigenes Spendenprojekt, nachdem der Viertkläßlerin die Fernsehbilder aus der Tsunami-Region nicht aus dem Kopf gingen. "Das war ganz schlimm, weil so viele Menschen dabei umkamen", sagt Leonie. Mit ihrer Freundin Gianna spendete sie damals sofort 80 Euro von ihrem Weihnachtsgeld und verzichtete damit auf den lang gewünschten Stadtroller.

Die Macht der Natur, das Ausmaß des Schreckens aber blieben für die Schülerin unvorstellbar - bis sie die Folgen der Katastrophe mit eigenen Augen erfuhr. In den Herbstferien begleitete die Zehnjährige auf eigenen Wunsch ihre Mutter Petra Moske nach Asien.

Die 40jährige Sozialmanagerin ist Vorsitzende des Vereins Nestwärme, der sich seit 1999 in Deutschland um Familien mit schwerstkranken und behinderten Kindern kümmert. Er unterstützt inzwischen auch in Sri Lanka behinderte Kinder, denen der Tsunami Eltern und Zuhause raubte.

Immer noch berührt und ein wenig traurig erzählt Leonie von dem, was sie dort gesehen hat: "Viele Menschen haben alles verloren. Sie leben auf der Straße in Zelten oder in kleinen Holzhütten, die kein richtiges Dach haben und keine Fenster", schildert sie. "Irgendwie denke ich, daß hier noch nicht viel gemacht wurde, und das kann ich gar nicht verstehen."

Leonie, die Tierärztin werden will, sammelt in der Schule Spenden für Sri Lanka. Ihre Mitschüler können das während ihrer Reise entstandene 15seitige Tagebuch in der Schulzeitung lesen. Alle sollen wissen, wie die Kinder in Sri Lanka leben. "Ich weiß jetzt, daß ich ein schönes Leben habe. Und ich bin glücklich, daß ich in Deutschland lebe." (dpa)

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