Ärzte Zeitung, 10.04.2008

Doctor-Dating für einsame Herzen

Zahnarzt aus Flensburg gründet spezielle Online-Kontaktbörse für Mediziner und Gesundheitsberufler

FLENSBURG. Kontaktbörsen im Internet verzeichnen derzeit hohen Zulauf. Für Mediziner gibt ein ganz spezielles Angebot: Auf "Doctor-Dating.de" lernen sich nur Ärzte und andere Akteure aus dem Gesundheitswesen kennen.

Von Dirk Schnack

 doctor-dating für einsame herzen

Das Bedürfnis nach Nähe treibt viele Menschen um. Immer mehr Kontaktbörsen bieten ihre Dienste im Internet an.

Foto: imago

Sie heißen neu.de, friendscout24 oder parship - immer mehr Kontaktbörsen im Internet bieten die Möglichkeit, online einen Partner zu finden. Auch der Flensburger Zahnarzt Erland Freij hat seine Lebensgefährtin auf diesem Weg kennen gelernt - allerdings erst nach langer Suche.

"Das war wie das Suchen nach der Nadel im Heuhaufen", beschreibt Freij die Nachteile der Online-Suche in herkömmlichen Kontaktbörsen. Er hat die Erfahrung gemacht, dass Menschen mit gleichen Interessen und mit ähnlichem beruflichen Hintergrund besser zusammen passen als wenn sie aus völlig unterschiedlichen Branchen kommen. Als Gründe vermutet er die hohe Verantwortung für die Patienten, die Freude am Umgang mit Menschen und ein daraus resultierendes "schier unerschöpfliches Themenspektrum".

Freij hat deshalb ein Internetangebot entwickelt, auf das nur Menschen aus dem Gesundheitswesen Zugriff haben, die dort nach dem Partner fürs Leben suchen können. Wobei die Eingrenzung großzügig ist. Für Freij zählt nur, dass der Partnersuchende einen Bezug zum Gesundheitswesen hat. "Ob Arzt, Pfleger oder Krankenschwester, technisch-medizinische Assistentin oder Laborfachkraft - durch die Spezialisierung auf eine medizinische Community sind gemeinsame Interessen und Gesprächsthemen programmiert", glaubt der Zahnarzt. Und man versteht sich sozusagen blind: "Wer sich auf Doctor-Dating.de trifft, muss vieles nicht mehr erklären, was mit Nicht-Medizinern zu langwierigen Diskussionen führen kann."

Gedacht ist das neue Angebot nicht nur für einsame Herzen, sondern auch für Gesundheitsberufler, die sich nur mit anderen austauschen wollen. Innerhalb eines Jahres will Freij rund 12  500 Menschen aus dem Gesundheitswesen ansprechen. Um diese Zahl zu erreichen, wird seine Firma Freij Media jeden Nutzer sorgfältig prüfen und etwa eine Kopie des Personalausweises verlangen. Denn der Zahnarzt ist überzeugt, dass im Internet viele schwarze Schafe mit gefälschten Profilen surfen. Freij ist es übrigens gelungen, auch ohne Doctor-Dating eine Partnerin aus dem Gesundheitswesen zu finden - seine Lebensgefährtin ist Krankenschwester.

Weitere Infos dazu im Internet unter www.Doctor-Dating.de

Topics
Schlagworte
Panorama (30933)
Personen
Dirk Schnack (1344)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

"Mehr Geld für Kranke, weniger für Gesunde"

15:47Die Verteilungsregeln für den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen sollen deutlich verändert werden. Das hat ein Expertenkreis beim Bundesversicherungsamt jetzt vorgeschlagen. Die Meinung der Kassen ist geteilt. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »