Ärzte Zeitung, 09.03.2010

Homo-Ehen beflügeln Washingtons Wirtschaft

Einen Hochzeits- und damit Wirtschaftsboom erwarten Experten für die US-Hauptstadt Washington, wenn homosexuelle Paare laut Gesetz heiraten dürfen.

WASHINGTON (dpa). Glücksgefühle für die Wirtschaft der US-Hauptstadt: Ab Dienstag dürfen die ersten homosexuellen Paare dank eines neuen Gesetzes offiziell heiraten - das lohnt sich laut Experten auch für die Geschäftswelt. Von einem Hochzeitsboom profitieren Juweliere und Blumengeschäfte, Partyservice-Unternehmen und Fotografen. Das Eheglück dürfte nach den Prognosen der kalifornischen Denkschmiede "Williams Institut" auch die Tourismusbranche beflügeln.

"Diese Paare haben teilweise 20 Jahre darauf gewartet, zu heiraten", sagt Fotograf Michael Kress aus dem Washingtoner Vorort Bethesda. "Jetzt wollen sie nicht noch mehr Zeit verstreichen lassen."

Mitarbeiter des Instituts schätzen, dass in den nächsten drei Jahren die gleichgeschlechtlichen Hochzeiten der Hauptstadt bis zu 52,2 Millionen Dollar (38 Millionen Euro) in Einzelhandel und Tourismusbranche spülen werden. Washington ist die Stadt mit der Amerika-weit höchsten Homosexuellen-Quote.

Das Institut geht davon aus, dass sich nicht nur knapp 2000 gleichgeschlechtliche Paare aus der Hauptstadt dort das Jawort geben. Sie erwarten, dass weitere 12 000 homosexuelle Paare aus anderen US-Regionen nach Washington strömen, um sich dort trauen zu lassen. Allein das könnte rund fünf Millionen US-Dollar an Steuereinnahmen bringen.

Sorge bereitet noch die Resonanz der Kunden: Gegner der Homo-Ehe könnten Geschäfte boykottieren, die offensiv mit Angeboten für gleichgeschlechtliche Paare werben.

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