Ärzte Zeitung, 17.10.2010

Deutscher Betrüger spielte Notarzt in Wien

WIEN (eb). Der Wiener Samariterbund ist Opfer eines Betrügers geworden. Ein 38-jähriger Deutscher hatte sich im Juli 2010 beim Samariterbund als Notarzt vorgestellt. Er legte eine offenbar gefälschte Approbationsurkunde aus Baden-Württemberg sowie eine Bestätigung eines Notarztkurses der Ärztekammer vor.

Nach einigen Diensten am Notarztwagen bemerkten beteiligte Sanitäter die Zurückhaltung des vermeintlichen Notarztes. Diese informierten ihre Vorgesetzten, woraufhin der Betrüger mit sofortiger Wirkung für Einsätze gesperrt wurde.

Der Mann befindet sich der nun in Untersuchungshaft. Gegen ihn wird wegen Verdachts auf schweren gewerbsmäßigen Betrug und Kurpfuscherei ermittelt. Ob Patienten zu Schaden gekommen sind, wird nun von der Staatsanwaltschaft geprüft.

"Wir sind darüber schockiert, dass dieser Mann Menschenleben gefährdet hat", kommentiert Oliver Löhlein Landesgeschäftsführer des Wiener Samariterbundes diesen Betrug. "Wir haben intern die Konsequenzen gezogen und die Kontrolle der abgegebenen Unterlagen von Bewerbern zu einem mehrstufigen Prüfverfahren erweitert. Ich bin unseren Notfallsanitätern dankbar, dass sie die Fuhrparkverantwortlichen über ihre massiven Bedenken informiert haben", schließt Oliver Löhlein.

Topics
Schlagworte
Panorama (30888)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Rätselhafter Demenz-Rückgang

Eine US-Studie deutet erneut auf eine fallende Demenz-Inzidenz, und zwar besonders in Geburtsjahrgängen ab 1925. Wisssenschaftliche Erklärungen für die Beobachtung fallen schwer. mehr »

Immuntherapie gewinnt an Stellenwert in der MS-Therapie

Die Therapieoptionen bei Multipler Sklerose (MS) haben sich erweitert. Neue Substanzen werden daher auch in die aktualisierten Leitlinien Einzug halten. mehr »

Polarisierung – Chance für das Parlament

Gesundheitspolitik in Zeiten der großen Koalition – das stand für die fehlende Konkurrenz der Ideen. Der Souverän hat die Polarisierung gewollt. Das ist eine Chance für die Demokratie. mehr »