Ärzte Zeitung, 19.10.2011

Berliner Jugendliche oft Opfer von Kriminalität

BERLIN (dpa). Etwa jeder sechste Berliner Jugendliche ist in den vergangenen zwölf Monaten nach einer Befragung Opfer von Kriminalität geworden. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, die am Mittwoch vorgestellt wurde.

17,9 Prozent der befragten Jugendlichen gaben an, sie seien beraubt, erpresst oder geschlagen worden. Im Bundesdurchschnitt waren es 16,8 Prozent. 12,8 Prozent der befragten Jugendlichen - etwa jeder achte - wurde 2010 Opfer von Körperverletzung.

Berlin habe demnach keine auffallend höhere Kriminalitätsrate als andere Städte. Der Direktor des Forschungsinstituts, Christian Pfeiffer, sagte: "Es gibt positive Befunde und nicht primär Kritisches und Negatives zu berichten, etwa, dass Berlin am allerschlimmsten ist."

Sinn der Studie sei, die tatsächlichen Zahlen von Kriminalität und Gewalt zu erforschen, so die Wissenschaftler. Die Kriminalstatistiken der Polizei würden ein zu großes Dunkelfeld offen lassen.

"Wir als Kriminologen trauen diesen Statistiken nicht. Da taucht nur das auf, was angezeigt wird, etwa nur ein Viertel der Taten. Dreiviertel der Taten bleiben unentdeckt."

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Zehn Regeln für die Rheuma-Therapie

In der medikamentösen Behandlung von älteren Rheuma-Patienten gilt es für Ärzte, einiges zu beachten. Rheumatologen haben zehn Empfehlungen verfasst. mehr »

Neun Millionen Klinik-Infektionen jährlich

Infektionen in Kliniken und Pflegeheimen sind in Europa ein großes Problem. Jährlich infizieren sich dort rund neun Millionen Bürger, berichtet die EU-Seuchenbehörde. Zwei Gründe sind dafür ausschlaggebend. mehr »

Medizin per Videos patientengerecht erklärt

Bei der Visite oder im Gespräch bemerkten die Mediziner Nicolas und Sebastian Kahl, dass Patienten nur wenig von den Ausführungen des Arztes verstanden haben. So entstand die Idee, Erklärvideos zu produzieren. mehr »