Ärzte Zeitung online, 14.12.2018

Kurioser Zwischenfall

Airline vergisst Spenderherz im Flugzeug

Während eines Flugs fiel auf, dass vergessen wurde, ein Spenderorgan am Flughafen auszuladen – und der Pilot musste umkehren. Nicht so dramatisch: Der Empfänger war kein Mensch.

SACRAMENTO. Wegen eines vergessenen Spenderherzens ist ein Southwest-Airlines-Flug auf dem Weg von Seattle nach Dallas in den USA umgekehrt. Das Spenderorgan war zuerst auf einem Linienflug nach Seattle transportiert worden, berichteten US-Medien am Donnerstag (Ortszeit) unter Berufung auf die Fluglinie.

Dort habe die Crew vergessen, das Herz auszuladen. Während des Anschlussfluges nach Dallas im südlichen Bundesstaat Texas sei der Fehler aufgefallen. Der Flug musste demnach über Idaho im Nordwesten wenden und kehrte nach Seattle zurück, um das Herz an seinen Bestimmungsort zu bringen.

Ganz so dramatisch, wie sich der Vorfall vom Sonntag anhören mag, sei er aber nicht gewesen, versicherte das Spendernetzwerk Sierra Donor Services (SDS) in Sacramento. Am Bestimmungsort habe unmittelbar noch kein Patient auf das Organ gewartet, sagte SDS-Sprecherin Deanna Santana in einer Stellungnahme der Zeitung „USA Today“. Das Herz sollte demnach an ein Unternehmen geliefert werden, das die Herzklappen für zukünftige Transplantationen vorbereite. (dpa)

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[15.12.2018, 06:54:52]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Vergessenes Spenderherz im Flieger - Hintergründe gefährden Organspende-Bereitschaft!
"HUMAN ORGAN" steht in roter Schrift auf der Isolier-Verpackung. Doch das "vergessene" Spenderherz sollte gar nicht transplantiert werden.

Das Spendernetzwerk Sierra Donor Services (SDS) in Sacramento/CAL/USA hatte offensichtlich ein sonst unbrauchbares Spenderherz an ein Unternehmen, ob gewinnbringend oder nicht, verkauft, um wenigstens die Herzklappen medizinisch zu verwerten.

Das mag in den USA ja noch alles seine Richtigkeit haben. Aber es ist Wasser auf die Mühlen derjenigen, die darin erneut die Bestätigung von schwerwiegenden, möglicherweise rein profitorientierten Bestrebungen, Aktivitäten und Manipulationen in der Transplantationsmedizin sehen.

Damit wird das Klima gesellschaftlichen Misstrauens in der Organspende-Organisation, Logistik und Motivationsethik weiter befördert und lässt die Organspende-Bereitschaft weiter sinken. Wird damit etwa vorsätzlich eine weitere Abwärtsspirale in der Transplantationsmedizin in Gang gesetzt?

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »

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